Freitag, 27. März 2020

Solidarität und Aktionen in der aktuellen Situation



Mahlzeit Zebras,

Der Spielbetrieb ist zurzeit eingestellt und was die Zukunft für uns bereithält ist ungewiss. Momentan stehen aber wichtigere Dinge im Vordergrund: die Gesundheit unserer Mitmenschen! In Duisburg sind wir mit den Werten Solidarität und Nächstenliebe aufgewachsen. Darum ist es gerade in dieser Zeit wichtig, sich gegenseitig zu helfen. Im Wedaustadion kommen seit Jahrzehnten MSV-Fans aller Generationen zusammen. Jung und Alt werden durch die Liebe zum Spielverein verbunden. Eben jene Generation, die viele von uns zum ersten Mal mit an die Wedau genommen hat, gilt in dieser Zeit als besonders gefährdet. Wichtig ist es diese zu unterstützen und zu schützen, damit wir auch in Zukunft wieder viele Siege unserer Zebras gemeinsam feiern können. Haltet euch so gut es geht an die herausgegebenen Hinweise zur Eindämmung des Virus!

Auch darüber hinaus können wir helfen. Fragt Eure Nachbarn mal, ob sie Hilfe beim Einkaufen benötigen und helft Euch gegenseitig. Eine Einkaufshilfe wird übrigens von einer Reihe Duisburger Institutionen angeboten, auf die wir gerne hinweisen wollen:


https://www.duisburg.de/microsites/coronavirus/aktuelles/hilfsangebote.php

Denkt aber auch an die Leute, die tagtäglich, im Krankenhaus, im Supermarkt oder anderswo für die Lebenserhaltung unserer Stadt sorgen. Die Leute, deren Job in dieser Zeit noch schwieriger als ohnehin schon ist und die dafür leider nicht immer den Respekt und die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht. Euch gebührt unser Dank! 

Abschließend wollen wir noch einmal auf unseren MSV zu sprechen kommen. Vereinsvertreter haben mitgeteilt, dass die Spielpause und die derzeit ungewisse Situation massive finanzielle Folgen für unseren Verein nach sich ziehen können. Viel tun können wir derzeit nicht, aber erste Ideen für die Zeit, in der Zusammenkünfte in größerer Zahl wieder möglich sind, schwirren bereits durch unsere Köpfe. Wir möchten Euch außerdem auf die von PGDU initiierte Aktion "Mein Blut für den MSV" hinweisen. Spendet Blut! Die Zahl der Spender geht auch bedingt durch den Coronavirus immer weiter zurück. Durch Eure Spende könnt ihr nicht nur unserem Verein in einer finanziell schwierigen Phase helfen, sondern leistet somit einen Beitrag, dass wichtige medizinische Hilfen auch weiterhin geleistet werden können. Unter folgendem Link könnt ihr Euch näher informieren: 

http://meinblutfuerdenmsv.de/

Wer als Spender nicht in Frage kommt kann durch Einkäufe im Onlineshop, Spenden auf das Konto des e.V. und den Verzicht auf Rückgabe der bereits gekauften Eintrittskarten den Verein unterstützen.

Dienstag, 10. März 2020

Meidericher Spielverein - 1 FC. Magdeburg

26. Spieltag 
Meidericher Spielverein - 1 FC. Magdeburg (1:0)
Zuschauer: 12.239




Samstag, 7. März 2020

Kollektivstrafen zum "Schutze" eines Milliardärs - der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht

In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.
Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen. 
Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende  Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.
Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die "neue Linie" des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.
Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.
Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.
Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen! 
Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.
Wir fordern und erwarten daher:
  • Kollektivstrafen abschaffen! Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.
  • Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen! Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören - im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!
Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.

Fick dich DFB!                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Fanszenen Deutschlands im März 2020

Donnerstag, 5. März 2020

Spruchbanderklärung: SV Meppen


Spruchbanderklärung Meppen

Ein turbulentes Wochenende liegt hinter dem deutschen Fußball. Ein turbulentes Wochenende, das mal wieder zeigt, wie sehr die Verwendung der Begriffe „anständig“ und „scheinheilig“ doch von der Perspektive des jeweiligen Betrachters abhängig ist. 22 Millionäre solidarisieren sich auf dem Platz in Hoffenheim mit einem von ihnen und danach wird von ihnen und ihren Chefs mit dem Finger gezeigt, auf das „Pack aus den Kurven“, die „hässliche Fratze des Fußballs“ und die „hirnlosen Chaoten“. Nichts Neues also. Die feine Gesellschaft echauffiert sich über den Pöbel, weil dieser eine Sprache spricht, die sich nicht geziemt. Die feine Gesellschaft, die in der Vergangenheit bei rassistischen Vorfällen nur halbgare Floskeln zum Besten gab. Die feine Gesellschaft, die von korrupten Deals mit fragwürdigen Unternehmen profitiert; solche Unternehmen, die sich nicht so sehr um Menschenrechte scheren. Die feine Gesellschaft, die in den letzten Jahrzehnten dafür gesorgt hat oder zumindest kritiklos hingenommen hat, dass der Fußball Schritt für Schritt seine Glaubwürdigkeit verliert, dass der Glaube an einen fairen sportlichen Wettbewerb fast gestorben ist. Jetzt erheben sie sich, denn es geht gegen einen von ihnen.

Vorab: Dietmar Hopp geht uns in dieser Diskussion am Arsch vorbei! Wir sehen sein Wirken im Fußball kritisch. Die Gründe dafür haben wir in früheren Spruchbanderklärungen mehrfach benannt. Weiter wollen wir uns nicht zu seiner Person äußern. Uns geht es vielmehr um das Wirken des DFB und den Diskurs über das vergangene Wochenende in der Öffentlichkeit. Es gibt eine Menge Protestformen über die sich sicherlich streiten lässt. Bei Fadenkreuzen sind wir raus. Doch hat der vergangene Spieltag gezeigt, dass nicht unbedingt ein Unterschied gemacht wird zwischen Spruchbändern mit beleidigenden Inhalten und solchen mit versachlichter Kritik. Die direkte Reaktion des DFB auf unsere Äußerung beim Gastspiel in Meppen zeigt dies. Ein Spruchband, welches durch uns im Vorfeld offiziell angemeldet und durch die entsprechenden Stellen genehmigt worden war, sorgte dennoch für eine Spielunterbrechung und eine Durchsage des Stadionsprechers. Verbunden mit dieser Durchsage und der im Vorfeld entfachten Hysterie kam es auch zu Unmutsbekundungen anderer MSV-Fans und vereinzelten Versuchen die Präsentation des Banners zu behindern. Wir bedauern, dass es zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Durch eine bessere Informationspolitik unsererseits hätte diese Situation vielleicht verhindert werden können. Dennoch rufen wir alle MSV-Fans auf sich nicht von der hysterischen Berichterstattung beeinflussen zu lassen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung dürfen wir uns nicht von Außenstehenden kaputt machen lassen. Wer noch Gesprächsbedarf hat kann am Spieltag an den bekannten Orten gerne auf unsere Leute zukommen.

Wenn also von offizieller Seite - wie in diesem Fall - kein Unterschied mehr gemacht wird, ist es da verwunderlich, dass Fanszenen, die über einen langen Erfahrungsschatz im Umgang mit dem Anprangern von Missständen und vor allem dem Nicht-gehört-werden verfügen zu einer „unfeineren“ Sprache greifen?
Nachdem harsche Kritik laut geworden ist, rudert der DFB nun zurück. Man muss sich fragen, ob dieses vorschnelle, scheinbar unklare und unprofessionelle Vorgehen nicht eher an einen Provinzverein erinnert als an den großen und glorreichen DFB.

Warum entschieden wir uns ein Spruchband zu Vorfällen auf der großen Bühne des Fußballs zu machen, während unser Verein auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis des Profigeschäfts ums Überleben kämpft? Durch die Hintertür ist der DFB-Kontrollausschuss mit der Bestrafung der Dortmunder Fanszene für ihr Verhalten in Hoffenheim zur Praxis der Kollektivstrafe zurückgekehrt. Die BVB-Fans lieferten aufgrund ihres jahrelangen Konflikts mit Dietmar Hopp eine vermeintlich gute Rechtfertigung, um mit dem eigenen Versprechen zu brechen und doch wieder zu dieser unsäglichen Praxis zurückzukehren. Wer kann sich schon sicher sein, dass bei der nächsten vermeintlichen Grenzüberschreitung nicht schon wieder das Instrument der Kollektivstrafe ausgepackt wird? Aus unserer Sicht wurde die Tür damit wieder aufgestoßen oder wie sagte es Karl-Heinz Rummenigge so schön? Dieses Vorgehen stellt eine Zäsur dar. Und in ein paar Wochen haben wir den nächsten Vorfall in dem es eine Fanszene aber auch wirklich übertrieben hat und so stehen wir irgendwann an einem Punkt, an dem die Zuschauerteilausschlüsse wieder zum Alltag geworden sind. In diesem Sinne: Wehret den Anfängen!

Für viele Fanszenen bildete dieser Umstand die Grundlage für die Plakate, an denen sich nun die öffentliche Empörung entzündet. Man könnte es eine neue Dimension der Empörung nennen. Das irritierende daran ist, dass es in der näheren Vergangenheit im Fußballgeschäft einige Vorfälle gegeben hat, in denen ein öffentlicher Aufschrei und eine Solidaritätsbekundung dieses Ausmaßes durchaus angebracht gewesen wären. Dass dies erst jetzt passiert, wenn ein reicher, weißer Mann und guter Freund von Rummenigge und Co. betroffen ist, lässt diese Empörung ziemlich scheinheilig wirken.

KOHORTE ULTRAS März 2020

Montag, 2. März 2020

25. Spieltag 
SV Meppen - Meidericher Spielverein (1:0)
Zuschauer: 10.750


Spruchbanderklärung: SV Waldhof Mannheim




Manchmal passieren Dinge, ohne dass man so wirklich mitbekommt, dass sie gerade passieren. Und auf einmal wird man vor ein Faktum gestellt, ohne den vorherigen Prozess überhaupt mitbekommen oder verfolgt zu haben. So geschehen mit der sogenannten „Besonderen Gebührenverordnung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat für individuell zurechenbare öffentliche Leistungen in dessen Zuständigkeitsbereich“ – kurz gesagt, der Gebührenordnung der Bundespolizei. Zu dieser haben wir uns beim vergangenen Heimspiel gegen Mannheim geäußert und wollen nun kurz den Hintergrund erläutern:
Die Gebührenordnung der Bundespolizei wurde letztes Jahr im Oktober von dem allseits beliebten Bundesinnenminister Horst Seehofer eingeführt und verfolgt das Ziel, die Kosten für sogenannte „vermeidbare Einsätze“ der Bundespolizei auf die jeweils betroffene Person umzulegen – durch eben eine jeweils festgelegte Gebühr. So soll z.B. ein Platzverweis 88,85€ kosten, eine erkennungsdienstliche Behandlung 59,90€ und eine Identitätsfeststellung ist mit 53,75€ sogar ein richtiges Schnäppchen. Inzwischen werden die ersten Zahlungsaufforderungen verschickt, wodurch das Thema auch jetzt erst publik wird – Chapeau Herr Seehofer, bisher sind Sie jeglichem Gegenwind aus dem Weg gegangen! 
Doch warum ist denn überhaupt mit Gegenwind zu rechnen? Was genau ist denn das problematische an einer solchen Gebührenordnung? Hat die Bundespolizei denn nicht das Recht, ihre Einsätze finanzieren zu lassen? 
Fangen wir mal mit der letzten Frage an: ja, natürlich müssen jegliche Einsätze der Bundespolizei finanziert werden. Aber das werden sie halt auch bereits – durch allgemeine Steuermittel. Wir alle zahlen bereits für die Bundespolizei und ihre Aufgabenbereiche, die auf der eigenen Homepage aufgezählt werden: Schutz der Landesgrenzen, Sicherheit bei der Bahn und an Bahnhöfen, Sicherheit beim Flugverkehr, Schutz von wichtigen Ämtern und Behörden. Außerdem heißt es auf der Website der Bundespolizei „Die beste Hilfe gegen Straftaten ist eine gute Vorbeugung, damit erst gar keine Straftaten passieren.“ – wodurch sich auch die Begründung für präventive Maßnahmen in sogenannten „Gefahrenlagen“ ergibt. Und wer nun solche „Gefahrenlagen“ vorsätzlich oder fahrlässig schafft, soll für den jeweilig folgenden Einsatz zur Kasse gebeten werden. Und an diesem Vorgehen gibt es eben eine Menge zu kritisieren: ich als Privatperson kann zur Kasse gebeten werden, ohne dass mir überhaupt eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit nachgewiesen wurde. Entscheidet die Bundespolizei sich dazu, an bzw. mit mir eine wie auch immer geartete Maßnahme durchführen zu wollen, so muss ich für diese finanziell geradestehen und beispielsweise dafür bezahlen, dass ich mich aufgrund eines vermeintlichen Fehlverhaltens auf einer Demonstration (was mir aber nicht durch einen Richterspruch o.ä. endgültig nachgewiesen ist) nicht mehr in einem bestimmten Stadtgebiet aufhalten darf. Die Bundespolizei hat also freie Hand darin, welche Maßnahmen sie für notwendig hält – danach machen sie allerdings die Hand auf und sacken das Geld von der jeweils betroffenen Person ein. Ob dann in einem folgenden Gerichtsverfahren meine Schuld festgestellt wird oder nicht, ist uninteressant – zahlen muss ich für den Einsatz der Bundespolizei so oder so. Eine Art Geldstrafe quasi, ohne dass bewiesen ist, dass ich aufgrund unseres Rechtssystems eine Strafe abzuleisten hätte. Die Bundespolizei setzt sich in diesem Fall also über unsere Gewaltenteilung hinaus und übernimmt als Exekutive auch direkt die Judikative, indem sie selbst eine Art Geldstrafe vor das eigentliche Strafsystem setzt. Dass versucht wird, dies als legitime Gebühren für „vermeidbare Einsätze“ zu verkaufen, ist eine Frechheit. Jede Ordnungswidrigkeit und jede Straftat kann von Seiten der Bundespolizei als „vermeidbar“ angesehen werden, jede Maßnahme der Bundespolizei kann diese als von ihrer Seite „notwendig“ verkaufen und jede „Gefahrenlage“ kann ihren Ursprung in einer x-beliebigen Person finden, die dann neben dem eigentlichen Strafprozess auch noch von ungeprüften Geldstrafen betroffen ist. 
Dass diese komplexe Thematik auch uns als Fußballfans betreffen kann bzw. wird, dürfte auch kein großes Geheimnis sein. So sind auch wir z.B. auf Auswärtsfahrten mit dem Zug mit der Bundespolizei konfrontiert und der 1. Bundesvorsitzende der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, frohlockte bereits „Ich denke aber gerade an die in Zügen randalierenden Fußballfans, denen wir künftig Gebühren für den Einsatz der Polizeikräfte und unsere Auslagen zum Beispiel für das Ablöschen bengalischer Feuer usw. in Rechnung stellen können“. Im worst case-Szenario lässt sich also folgendes Bild zeichnen: die Bundespolizei scheint in irgendeiner Situation eine „Gefahrenlage“ zu erkennen, möchte diese abwenden, indem „präventive Maßnahmen“ durchgeführt werden – und bittet dann diejenigen zur Kasse, die (wahrscheinlich willkürlich) von diesen Maßnahmen betroffen waren. Den betroffenen Personen ist zu diesem Zeitpunkt keine Schuld nachzuweisen, der Rechtsstaat hat sich noch nicht mit dem Fall beschäftigt, sie sind lediglich Opfer einer willkürlichen Maßnahme der Bundespolizei geworden und müssen für diese blechen. Dass in dieser Gebührenordnung auch Dinge wie die Reinigung verunreinigter Uniformen oder die Reinigung verunreinigter Gewahrsamszellen benannt werden, ist schon fast wieder zum Lachen. Man wird also vielleicht unberechtigt aufgrund der Willkür einzelner Bundespolizisten in Gewahrsam genommen und soll dann dafür zahlen, dass die Zelle nicht mehr so blitzeblanke sauber wie vorher ist?!
Es ist also eindeutig, dass die Gebührenordnung der Bundespolizei elementar in bürgerliche Rechte und Freiheiten eingreift. Auf jeder Veranstaltung, die von der Bundespolizei begleitet wird, muss man nun also Angst haben, in einer Art und Weise aufzufallen, die den anwesenden Kräften der Bundespolizei dazu Anlass geben könnte, eine Maßnahme durchzuführen, die dann finanziell auf mich gewälzt wird. Dass die Bundespolizei hier freie Hand hat und auch vollkommen willkürlich Leute nun mit Geldstrafen konfrontieren kann, ist der Beweis für ein sehr ungesundes Verhältnis zwischen Exekutive und Judikative, welches wiederum Auswirkungen auf die bürgerlichen Rechte hat und diese massiv einschränkt. 

FÜR die Grundrechte und Gewaltenteilung – GEGEN die Gebührenordnung! 

Meidericher Spielverein - SV Waldhof Mannheim

24. Spieltag 
Meidericher Spielverein - SV Waldhof Mannheim (2:3)
Zuschauer: 12.169


Montag, 17. Februar 2020

FSV Zwickau - Meidericher Spielverein

23. Spieltag 
FSV Zwickau - Meidericher Spielverein (1:0)
Zuschauer: 4.369


Dienstag, 11. Februar 2020

Meidericher Spielverein - Eintracht Braunschweig

22. Spieltag 
Meidericher Spielverein - Eintracht Braunschweig (1:1)
Zuschauer: 14.849


Samstag, 8. Februar 2020

Preußen Münster - Meidericher Spielverein

21. Spieltag 
Preußen Münster - Meidericher Spielverein (1:4)
Zuschauer: 8.903


Mittwoch, 29. Januar 2020

Meidericher Spielverein - FC Ingolstadt

20. Spieltag 
Meidericher Spielverein - FC Ingolstadt (1:1)
Zuschauer. 14.513




Freitag, 24. Januar 2020

Montag, 20. Januar 2020

KOHORTE SOZIAL: Spendenübergaben

Hallo Zebras, 

auch in diesem Jahr konnten wir knapp 100 Säcke Kleidung für den Kleiderladen des Sozialzentrums spenden.

Ein toller Erfolg der Spendenaktion. 
Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Spendern.




Freitag, 17. Januar 2020

3. Kohorte Hallenpokal

AUCH IN DIESEM JAHR DURFTEN WIR WIEDER EINEN
UNVERGESSLICHEN TAG MIT EUCH VERBRINGEN. 

WIR BEDANKEN UNS AN DIESER STELLE BEI ALLEN 
TEILNEHMENDEN MANNSCHAFTEN, GÄSTEN UND FREUNDEN!

AUF EINE ERFOLGREICHE RÜCKRUNDE!


Mittwoch, 25. Dezember 2019

Sonnenhof Großaspach - Meidericher Spielverein

19. Spieltag 
Sonnenhof Großaspach - Meidericher Spielverein (1:1)
Zuschauer: 2.207


Dienstag, 24. Dezember 2019


Mittwoch, 18. Dezember 2019

SpVgg Unterhaching - Meidericher Spielverein

18. Spieltag 
SpVgg Unterhaching - Meidericher Spielverein (2:2)
Zuschauer: 4.250



Donnerstag, 12. Dezember 2019

Spruchbanderklärung: FC Bayern München Amateure



Beim letzten Heimspiel unserer Zebras gegen die zweite Mannschaft von Bayern München wird aufmerksamen Augenpaaren sicherlich unser Spruchband zu Beginn der zweiten Spielhälfte aufgefallen sein. Hier äußerten wir uns recht provokant und plakativ in Richtung Herbert Reul, dem aktuellen Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Aber worum geht es in der Sache überhaupt?
Vom 04.12. bis zum 06.12. tagte die sogenannte Innenministerkonferenz zum 211. Mal. Stattgefunden hat die Konferenz dieses Jahr in Schleswig-Holstein. So reisten also alle 16 Innenminister plus Horst Seehofer als Bundeminister des Innern und für Bau und Heimat nach Lübeck, um sich dort zu verschiedenen Themen auszutauschen. Diese Themen unterteilen sich in verschiedene Arbeitskreise, wie z.B. innere Sicherheit oder Verfassungsschutz. Beschlüsse der Innenminister können übrigens nur einstimmig erfolgen, Horst Seehofer hat hier (wahrscheinlich glücklicherweise) kein Stimmrecht. 
Ganz im Gegensatz zu Reul: dieser kann abstimmen, seine Meinung äußern, Vorschläge machen. Und eben einer dieser Vorschläge ist uns böse aufgestoßen. Reul äußerte im Rahmen der Innenministerkonferenz gegenüber der Rheinischen Post: „Strafen müssen wehtun, und manchen Möchtegernbambo aus dem Fanblock schmerzen ein paar Wochen Fahrverbot sicher mehr als ein paar Euro Geldstrafe“. Also Führerscheinentzug für Pyrotechnik? Für Reul offenbar eine Option, die er mal so in den Raum werfen möchte. Dass die Strafverfolgung innerhalb unseres Rechtsstaates auf dem Strafgesetzbuch basiert, welches für jedes Vergehen und Verbrechen bereits den Rahmen einer Strafe benennt – geschenkt. Dass es bereits Strafen (eben die von Reul benannten „paar Euro Geldstrafe“ oder ein Stadionverbot) für diejenigen Zünder gibt, die identifiziert werden – geschenkt. Dass ein Führerscheinentzug nun wirklich in so gar keinem Zusammenhang mit vermeintlichem Fehlverhalten im Stadion steht – geschenkt. 
Die Sinnhaftigkeit dieses Vorschlags lässt sich also vollkommen zurecht infrage stellen. Es scheint, als wäre Reul eher an Aktionismus als an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema gelegen. Die Abfälligkeit, mit der er diesen Vorschlag in die Öffentlichkeit gebracht hat, wirkt überheblich und weltfremd. Es wäre nicht das erste Mal, dass Reul mit seinen Aussagen in der Kritik steht und man sich die Frage stellt, ob ein Mann in seinem Alter wirklich Entscheidungen für eine deutlich jüngere Gesellschaft fällen sollte. So war es eine seiner ersten Amtshandlungen, dass die von der rot-grünen Landesregierung eingeführte Kennzeichnungspflicht für Polizisten wieder abgeschafft wurde – laut Raul gab es nämlich keine sachlich vernünftige Begründung für diese. Dass er später in einem Interview mal zugab, dass Fehler der Polizei auch anhand einer „Null-Toleranz-Linie“ bewertet werden müssten, hört sich da doch fast nach einer hohlen Phrase an. Aber er ist eben ein Mann der großen Worte. So erzählte er der Westdeutschen Zeitung mal ganz stolz, wie viel Geld er vom Finanzminister für die anstehende Digitalisierung der NRW-Polizei erhalten hat. Ob dieses Geld inzwischen auch wirklich sinnvoll verwendet wurde und es ob nicht vielleicht andere Probleme in NRW gibt, die „wirklich viel Geld“ gebrauchen könnten, sei mal so dahingestellt. 
Und genau da kommt eben der Punkt: Reul scheint sich zum Teil mit Dingen zu beschäftigen, die im Gegensatz zu unseren wirklichen Gesellschaftsproblemen unbedeutend sind. Statt wahnwitzige Vorschläge wie den Führerscheinentzug für Pyrotechnik in den Raum zu werfen, könnte der Innenminister doch mehr Energie dafür benutzen, sich unseren wahren Problemen in NRW zu stellen. Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Mangel an Sozialwohnungen, leergefegte Innenstädte, politische Extremisierung der bürgerlichen Mitte, Politikverdrossenheit, mangelnde Sanierungsmöglichkeiten an Schulen und Universitäten… Die Liste ist lang. 

Und Reuls Zeit bis zur Pension hoffentlich deutlich kürzer. 

Meidericher Spielverein - FC Bayern München Amateure

17. Spieltag 
Meidericher Spielverein - FC Bayern München Amateure (3:2)
Zuschauer: 13.308


Samstag, 7. Dezember 2019

Montag, 2. Dezember 2019

Hallescher FC - Meidericher Spielverein

16. Spieltag 
Hallescher FC - Meidericher Spielverein (1:0)
Zuschauer: 7.508


Sonntag, 1. Dezember 2019

Meidericher Spielverein - Viktoria Köln

15. Spieltag 
Meidericher Spielverein - Viktoria Köln (2:1)
Zuschauer: 11.807


Sonntag, 24. November 2019

Mittwoch, 20. November 2019

Mittwoch, 13. November 2019

Hansa Rostock - Meidericher Spielverein

14. Spieltag 
Hansa Rostock - Meidericher Spielverein (1:2)
Zuschauer: 13.732


Spruchbanderklärung: KFC Uerdingen





Vor kurzer Zeit turnte erst Dietmar Hopps Hoffenheim durchs Wedaustadion, heute ist es der russische Investor Mikhail Ponomarev mit seinem Spielzeug, der hier zu Gast ist. Natürlich haben Hopp und Ponomarev als Person herzlich wenig gemeinsam. Bei aller Abneigung gegenüber Dietmar Hopp muss man ihm zumindest regionale Verbundenheit und wohl auch ehrbare Motive attestieren. Ponomarev hingegen tat sich in seiner Investoren-Laufbahn hingegen viel eher als windiger, dubioser und unzuverlässiger Oligarch hervor. Seit seinem Einstieg beim KFC Uerdingen im Jahr 2016 ist er dort weitgehend als Alleinherrscher tätig. Eine seiner ersten Tätigkeiten war die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung, von der er über die „KFC Uerdingen Entertainment GmbH“ später 97,5 % der Anteile übernahm, während immerhin 2,5 % der Anteile (sowie zur offiziellen Einhaltung der 50+1-Regel die Mehrheit der Stimmanteile) beim e. V. verblieben. Da Ponomarev allerdings auch Präsident des e. V. ist, gibt es faktisch kein Gegengewicht mehr zum russischen Geschäftsmann. Sowohl die Fußball GmbH als auch der e. V. stehen also unter vollständiger Kontrolle von Mikhail Ponomarev. Eine faktisch offensichtliche Umgehung der 50+1-Regel, die Ponomarev natürlich eh für völligen Unsinn hält, wird in Uerdingen ähnlich wie beispielsweise in Leipzig oder Hoffenheim schon länger praktiziert. 

Nun ist nicht von der Hand zu weisen, dass es seit 2016 sportlich steil bergauf ging für den KFC Uerdingen. Bei seinem Einstieg spielte Uerdingen noch in den Tiefen der Oberliga, während man es mittlerweile immerhin in die Drittklassigkeit geschafft hat. Selbstredend will Ponomarev mit dem KFC noch viel weiter hoch hinaus, aktuell scheint die Entwicklung aber eher zu stagnieren. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass Ponomarev seine Macht im Verein bei Transferpolitik und Personalentscheidungen immer wieder vollends ausnutzt und zudem regelmäßig Schlagzeilen auch abseits des Platzes produziert. Über Trainerentlassungen entscheidet der Investor in kompletter Eigenregie und auch für wütende Kabinenansprachen ist er sich nicht zu schade. Dass auch Ponomarev selbst in seiner Vergangenheit schon des öfteren und auch aktuell wieder wütende Ansprachen erhält, lässt er gerne unter den Tisch fallen. Der KFC ist nämlich nicht sein erstes finanzielles Engagement. Vorher war er auch schon bei der Fortuna sowie beim Düsseldorfer Eishockeyverein DEG. Bei beiden Vereinen hinterließ Ponomarev einen alles andere als positiven Eindruck. Bei der Fortuna mussten diverse Mahnungen wegen ausbleibender Zahlungen an Ponomarev verschickt werden, ehe sein Sponsoring-Vertrag ohnehin endete. Bei der DEG stieg er 2013 als Gesellschafter ein. Auch dort kam er seinen Verpflichtungen und Versprechen regelmäßig nicht nach und schuldet dem Verein bis heute noch Geld. Erst 2018 stieg er dann auch bei den Krefelder Pinguinen (Eishockey) als Gesellschafter ein und wurde als willkommener Retter beim finanziell angeschlagenen Verein gefeiert. 46 % der Anteile erwarb er dort. Ende September diesen Jahres wurde allerdings auch in diesem Fall öffentlich, dass Ponomarev seinen Verpflichtungen nicht nachkommt und den Krefelder Pinguinen Gelder in Millionenhöhe schuldet. Für den Verein geht es dabei ums Überleben: Zahlt Ponomarev seine Schulden nicht droht dem Verein die Insolvenz und dem Eishockey-Standort Krefeld ein empfindlicher Verlust. Ponomarev äußerte sich bislang nur in der Form dazu, dass er seine Anteile an „Menschen aus Krefeld“ veräußern will.  

Statt seine alten Gläubiger zu bedienen oder das von ihm hinterlassene Chaos zu beseitigen, bringt er seinen Namen allerdings lieber immer wieder an anderen Standorten selbst ins Spiel. So war von ihm sogar in Kaiserslautern die Rede, ehe sich der FCK einen nicht minder dubiosen Investor aus Luxemburg angelte. Zu Gerüchten kam es auch in Zusammenhang mit dem niederländischen Verein Roda Kerkrade, ehe jüngst Informationen über eine Geldleihe in Höhe von 700.000 € an den NEC Nijmegen publik wurden. Während der KFC also mit sportlichen Problemen zu kämpfen hat und diverse Gläubiger Herrn Ponomarev auf den Fersen sind, streckt dieser seine Fühler schon nach anderen Projekten aus. Dabei ätzt er weiterhin gegen alle Kritiker und die rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich 50+1 in Deutschland. Protesten begegnet er mit großem Unverständnis, denn mit der 50+1-Regel werde Deutschland nie international mithalten können. Und das ist ja schließlich sein selbstauferlegtes Ziel. Warum er dann beim KFC und nicht bei Mönchengladbach oder Düsseldorf einstieg? Zitat: „Uerdingen war das Beste, was ich gefunden habe. Hier gibt es nicht so Anfeindungen wie an anderen Standorten.“. Die übersichtliche Uerdinger Fanschar boykottierte nach dem Einstieg Ponomarevs zwar eine Weile die eigenen Spiele, bis man irgendwann keinen Bock mehr darauf hatte und trotz faktischer Übernahme des eigenen Vereins und Aushöhlung der Vereinsstrukturen und der 50+1-Regel sein Programm ohne weiteren Widerstand durchzog. 

Es bleibt abzuwarten, ob sich Ponomarev noch weiter beim KFC engagieren wird oder ob er auch dort irgendwann die Lust an seinem Spielzeug verliert und den Verein wie eine heiße Kartoffel fallen lässt. Es wäre nicht das erste Mal. Und es wäre auch nicht schade drum. Das Gerade von einem „Traditionsverein“ ist beim KFC Uerdingen höchstens in Bezug auf eine mäßige Bundesliga-Vergangenheit zutreffend, nicht zuletzt seit dem Einstieg von Immobilienunternehmer „Lakis“ Kourkoudialos (der übrigens 2009 Ailton verpflichtete, kennen wir da nicht auch so jemanden?) 2008, der nach einem massiven Streit die Macht an Ponomarev abgab, völliger Hohn. Und bereits vorher dürfte der Verein ja eigentlich gelernt haben, was eine völlige Abhängigkeit von einem Sponsor bedeutet. Bayer zog sich zurück und Uerdingen stürzte bis in den Amateurfußball ab. 


Und heute? Ein Verein, der keiner mehr ist, eine Fanszene, die diesem völlig unreflektiert folgt und ein Investor, der über allem trohnt. Der KFC Uerdingen im Jahr 2019. 

Dienstag, 5. November 2019

Meidericher Spielverein - KFC Uerdingen

13. Spieltag 
Meidericher Spielverein - KFC Uerdingen (2:0)
Zuschauer: 15.442


Sonntag, 3. November 2019

Spruchbanderklärung: Hoffenheim






Seit mittlerweile 11 Jahren spielt die TSG Hoffenheim nun schon in der ersten Liga. Der einstige neureiche Emporkömmling, dem in den ersten Spielzeiten noch so viel Hass und Ablehnung entgegengebracht wurde, hat sich mittlerweile – so traurig das auch klingt – zu einem etablierten Bundesligisten entwickelt und gegen Hoffenheim zu spielen, löst bei den sogenannten Traditionsvereinen deutlich weniger Empörung und Protest aus. Angesichts dessen, dass mit Red Bull in der Zwischenzeit ein „noch schlimmeres“ Konstrukt in die Bundesliga vorgestoßen ist und die Kommerzialisierung des Fußballs sowieso immer schneller voranschreitet, ist die TSG in der Bundesliga 2019 fast schon „normal“ geworden. Häufig irgendwo im belanglosen Mittelfeld, auch mal eine enttäuschende Saison mit Klassenerhalt erst über die Relegation, ab und zu ganz erfolgreich mit Qualifikation für den Europapokal, Hoffenheim gehört nach all den Jahren, das muss man zähneknirschend feststellen, zum Bundesliga-Alltag. Nichtsdestotrotz wollten wir uns bei unserem ersten Aufeinandertreffen klar positionieren und wollen – auch wenn die meisten Argumente schon ausgetauscht sein dürften – an dieser Stelle ein wenig ausholen. 

Als unser Gegner in der letzten Pokalrunde in die Bundesliga aufstieg, das war 2008, ist unser Spielverein gleichzeitig aus der höchsten Spielklasse abgestiegen. Allein das veranschaulicht ganz gut, wie lange das schon her ist. Bekanntlich sind wir seitdem nicht mehr ins Oberhaus zurückgekehrt und Hoffenheim seitdem nie abgestiegen, weswegen wir in all der Zeit einem Duell mit dem Verein aus dem Kraichgau glücklicherweise aus dem Weg gehen konnten. Leider glich die Auslosung der zweiten Pokalrunde dem berühmten Griff ins Klo und so müssen wir nun uns erstmals ernsthaft mit diesem überflüssigen Kackverein auseinandersetzen.

Wie die meisten wissen dürften, liegt der Grund, dass uns der 3.000-Seelen-Ort Hoffenheim überhaupt ein Begriff ist, allein in dem übermäßigen finanziellen Engagement einer Person. Seit der Gründung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die TSG Hoffenheim über Jahrzehnte in den untersten Ligen und kam nichtmals über die Kreis-Ebene hinaus, war also auch lokal ein unbedeutender Verein, wie es ihn in Deutschland zu Tausenden gibt. In der Spielzeit 1988/89 spielte man erstmals in der Bezirksliga, stieg nach dieser einen Saison über die Relegation aber umgehend wieder ab. Der eigenen Darstellung nach beginnt hier der Startschuss des Durchmarsches: Dietmar Hopp, Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP, Multimilliardär und überhaupt einer der reichsten Deutschen, wohnte der Niederlage im Relegationsspiel bei und entschloss sich die TSG Hoffenheim, bei der er einst in der Jugend spielte, fortan als Mäzen finanziell zu unterstützen. Innerhalb von zwölf Jahren bugsiert er sie mit dem nötigen Kleingeld von der Kreisliga A in die dritte Liga (damals Regionalliga) und schenkte 1999 dem Verein einfach eine 5.000 Zuschauer fassende Spielstätte, das Dietmar-Hopp-Stadion, benannt nach ihm selbst.

Dass es Dietmar Hopp besonders um seinen Heimatverein ginge und die TSG für ihn eine „Herzensangelegenheit“ sei, wie er vor ein paar Jahren bekundete, lässt sich für die Zeit Anfang der 2000er-Jahre, als sich Hoffenheim in der Regionalliga etablierte, nicht wirklich behaupten. Hopps schon früh vorgezeichneter Plan war es, seiner Heimatregion einen Bundesligaverein zu „bescheren“, wie dieser Verein heißen und wo genau er spielen sollte, war dabei zweitrangig. Er soll bereits zuvor überlegt gehabt haben, beim kriselnden und finanziell gebeutelten Waldhof einzusteigen, immerhin hätte er in Mannheim eine vernünftige Infrastruktur, ein bundesligataugliches Stadion und eine gewachsene Fangemeinde vorgefunden, die er sich anderswo noch mühsam hätte aufbauen müssen. Ein möglicher Einstieg scheiterte allerdings am Widerstand des damaligen Waldhof-Präsidenten. Um sein Projekt weiter voranzutreiben, wurde die Regionalliga-Mannschaft bereits 2005 in die „TSG Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH“ ausgegliedert und Hopp schlug öffentlich vor, Hoffenheim zusammen mit dem SV Sandhausen und Astoria Walldorf (zu dem Zeitpunkt vierte bzw. fünfte Liga) zu einem neuen Verein zu fusionieren, um die Kräfte der Rhein-Neckar-Region zu bündeln. Als Standort war dafür aus Imagegründen Heidelberg im Gespräch und Hopp ließ verlauten, dass „Vorschläge zur Namensnennung (…) gerne entgegengenommen“ werden. Auch die Pläne eines möglichen „FC Heidelberg 06“ zerschlugen sich, allen voran weil sich Sandhausen und Walldorf gegen eine Fusion entschieden und lieber selbstständig bleiben wollten.

Sportlich war Hoffenheim zu dem Zeitpunkt schon einige Schritte weiter. Nachdem ein Jahr zuvor der anvisierte Aufstieg in die 2. Bundesliga noch knapp verpasst wurde, gelang unter Ralf Rangnick 2007 der Sprung in den Profifußball und in der Saison 2007/08 der Durchmarsch in die erste Liga. Dieser wurde vor allem dadurch ermöglicht, dass Spieler wie Carlos Eduardo, Chinedu Obasi oder Demba Ba für etwa 18 Millionen Euro verpflichtetet wurden - weitaus mehr, als alle anderen Zweitligisten zusammen für ihre Transfers ausgaben. Wurde Hoffenheim in der öffentlichen Wahrnehmung zuvor wegen des propagierten Weges der langfristigen Entwicklung mit selbst ausgebildeten Jugendspielern aus der Region häufig eher positiv betrachtet, gab es zunehmend Kritik von Funktionären anderer Vereine und teilweise auch der Presse. Gleichzeitig trat der Verein in der Öffentlichkeit von nun an hauptsächlich als „1899 Hoffenheim“ auf, weil „Turn- und Sportgemeinschaft“ „zu altbacken“ klänge und sicherlich auch, um vorgeben zu können, dass man doch „Tradition“ habe. Schon durch den Aufstieg in die zweite Liga war ein neues, den Anforderungen des Profifußballs entsprechendes Stadion von Nöten, welches in Sinsheim (Hoffenheim ist ein Ortsteil von Sinsheim) gebaut und natürlich von Dietmar Hopp finanziert wurde. Da er sich seinen Traum von seinem Bundesligaverein schneller verwirklichte als der Stadionbau voranging, musste Hoffenheim in der Hinrunde der ersten Erstligasaison seine Heimspiele in Mannheim austragen.

Seit dem Aufstieg spielt Hoffenheim nun ununterbrochen in der ersten Liga und das mit eher durchwachsenen sportlichen Erfolgen. Ebenfalls seitdem machen auch immer wieder die Proteste und Anfeindungen gegnerischer Fanszenen gegen Hoffenheim und Dietmar Hopp Schlagzeilen. So hat sich vor allem zwischen den Ultras von Borussia Dortmund und Hopp fast schon eine Fehde entwickelt, bei der Hopp regelmäßig auf beleidigende Gesänge und Spruchbänder sowie Darstellungen seines Gesichts im Fadenkreuz mit Anzeigen und Hausverboten reagiert und auch schon mal versucht hat, beleidigende Gesänge des Dortmunder Gästeanhangs im Hoffenheimer Stadion mit Störgeräuschen zu verhindern. Auch Fans anderer Vereine wurden in der Vergangenheit zu Geldstrafen verurteilt, nachdem Dietmar Hopp diese wegen beleidigenden Äußerungen im Stadion angezeigt hatte. Dass ein bisweilen rauer Umgangston seit jeher zum Fußball dazu gehört scheint Hopp genau so wenig zu interessieren wie die legitime Kritik an seiner Vorgehensweise und dem Konstrukt Hoffenheim. Bleibt zu hoffen, dass trotz des schleichenden Gewöhnungseffekts nie eine vollständige Akzeptanz eintritt und sich weiterhin kritisch positioniert wird.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Meidericher Spielverein - TSG 1899 Hoffenheim

2. Runde DFB Pokal
Meidericher Spielverein - TSG 1899 Hoffenheim (0:2)
Zuschauer: 14.306



Dienstag, 29. Oktober 2019

Würzburger Kicker - Meidericher Spielverein

12. Spieltag
Würzburger Kickers - Meidericher Spielverein (0:2)
Zuschauer: 5.355

Montag, 21. Oktober 2019

Meidericher Spielverein - 1. FC Kaiserslautern

11. Spieltag 
Meidericher Spielverein - 1. FC Kaiserslautern (3:1)
Zuschauer: 14.108


Donnerstag, 17. Oktober 2019

SSVg Velbert - Meidericher Spielverein

Niederrheinpokal 2. Runde
SSVg Velbert - Meidericher Spielverein (2:0)
Zuschauer: 2.500 


Donnerstag, 10. Oktober 2019

Chemnitzer FC - Meidericher Spielverein

10. Spieltag
Chemnitzer FC - Meidericher Spielverein (3:1)
Zuschauer: 4.056

Samstag, 5. Oktober 2019

Meidericher Spielverein - SV Meppen

10. Spieltag 
Meidericher Spielverein - SV Meppen (1:3)
Zuschauer: 15.192


Dienstag, 1. Oktober 2019

FC Carl Zeiss Jena - Meideicher Spielverein

9. Spieltag
FC Carl Zeiss Jena - Meidericher Spielverein (1:2)
Zuschauer: 4.621


Montag, 23. September 2019

Meidericher Spielverein - TSV 1860 München

8. Spieltag 
Meidericher Spielverein - TSV 1860 München (2:1)
Zuschauer: 15.505


Dienstag, 17. September 2019

1. FC Magdeburg - Meidericher Spielverein

7. Spieltag 
1. FC Magdeburg - Meidericher Spielverein (1:1)
Zuschauer: 16.963


Dienstag, 10. September 2019

SC Oberhausen - Meidericher Spielverein

Niederrheinpokal 1. Runde
SC Oberhausen - Meidericher Spielverein (0:11)
Zuschauer: 3.700


Dienstag, 27. August 2019

SV Waldhof Mannheim - Meidericher Spielverein

6. Spieltag
SV Waldhof Mannheim - Meidericher Spielverein (4:3)
Zuschauer: 12.169


Samstag, 24. August 2019

Spruchbanderklärung: Magenta Sport




Halbzeitpauseninterviews von Telekom Magenta

Dass mittlerweile auch die Fernsehrechte der 3. Liga über die Telekom, genauer gesagt über „Magenta Sport“ vermarktet werden, dürfte keine große Neuigkeit mehr sein. Auch das Für und Wider einer TV-Vermarktung wurde bereits in anderen Texten schon hinlänglich diskutiert, sodass hier nicht alles wiederholt werden soll. Immerhin bieten sich so für die Drittligisten vermehrte finanzielle Chancen, auch wenn auf der negativen Seite nun auch Dinge wie Montagsspiele stehen.
Die Thematik, mit der sich dieser Text beschäftigen wird, ist eigentlich auch keine Neuigkeit.
Dennoch rücken die Probleme, die sich in diesem Zusammenhang stellen, natürlich erst durch unseren Abstieg in die Drittklassigkeit erst wieder in den Fokus unserer Aufmerksamkeit.
Schließlich haben wohl die meisten trotz des drohenden Absturzes in die 3. Liga den Blick dorthin noch zwanghaft vermieden und so dürfte nur vereinzelten Leuten aufgefallen sein, dass „Magenta Sport“ die Spieler mittlerweile seit der vergangenen Saison sogar unmittelbar nach dem Pfiff zur Halbzeitpause dazu nötigt, ein paar Worte über das bisherige Spielgeschehen zu verlieren.
Geht‘s noch? Als wären die ständig gleichen Fragen und daraufhin geäußerten Phrasen nicht schon langweilig oder nervig genug, darf sich der geneigte TV-Zuschauer diesen Schwachsinn nun auch noch in der Halbzeit anhören. Nun soll hier aber auch gar nicht mal der Fernsehzuschauer im Fokus stehen, sondern viel eher die Praxis von „Magenta Sport“ und die Spieler selbst. 
Von den Akteuren auf dem Platz direkt nach dem Spiel ein Statement zu fordern, mag ja durchaus noch legitim sein.
Schließlich ist zu diesem Zeitpunkt die Chance auf eine ungeschönte und ehrliche Antwort noch am größten, auch wenn Fragen wie „Wie fühlen sie sich?“ natürlich zu wenig bis gar nichts führen. 
Die Spieler aber nun schon während des Spiels – und ja, auch die Halbzeitpause gehört zum Spiel dazu – mit Fragen zu bombardieren, hilft wirklich niemandem weiter. Weder den Moderatoren, die patzige oder genervte Antworten bekommen, noch dem Fan vor dem Fernseher, der Phrasen zu hören bekommt und am allerwenigsten noch dem Spieler, der aus seiner Konzentration herausgerissen wird. Statt sich in der Halbzeitpause kurz zu erholen und direkt mit dem Trainerteam zu besprechen, muss er sich vor der Öffentlichkeit über etwas äußern, das noch gar nicht abgeschlossen ist und das er zu diesem Zeitpunkt auch noch gar nicht richtig zu bewerten vermag.
Zwar wird das den Großteil der Leserschaft vermutlich weder direkt betreffen, da wir ja sowohl daheim als auch auswärts im Block davon kaum etwas mitbekommen. 
Nichtsdestotrotz ist es an dieser Stelle wichtig über den Tellerrand zu blicken und solche Entwicklungen nicht nur kritisch zu begleiten, sondern sich auch dazu zu äußern 
(und gegebenenfalls sein Abo zu kündigen...). 
Direkte Eingriffe von TV-Sendern in das Spielgeschehen waren bisher völlig zurecht tabu. 
Und auch wenn es sich hier „nur“ um die Halbzeitpause handelt, so läuft die Entwicklung doch in eine völlig falsche Richtung. Die Gier nach immer inhaltsleereren Statements wird immer größer und irgendwann noch dazu führen, dass Spieler, Trainer oder Auswechselspieler sich während des Spiels vor das Mikrophon stellen sollen. Zugegeben –das ist Spekulation. 
Nichtsdestotrotz sollte sich auch „Magenta Sport“ auf den Sport an sich besinnen und diesen durch solche Praktiken nicht weiter schädigen. Die Spieler sind vermutlich vertraglich dazu verpflichtet, Rede und Antwort zu stehen. Sollte das nicht der Fall sein, sollten sich auch die Spieler das zu Herzen nehmen und die Reporter links liegen lassen. 
Wir werden jedenfalls nicht tatenlos dabei zusehen, unseren Mund aufmachen und hoffen, dass diese unsägliche Praxis spätestens zur nächsten Saison wieder verschwindet.