Donnerstag, 9. Juli 2020

Zebra.Fm Interview zum Thema e.V.




Tach Zebras, 

Vergangene Woche haben sich Vertreter unserer Gruppe und der Proud Generation mit dem Fanprojekt getroffen, um ein Halbzeitinterview für Zebra.Fm zur Situation des e.V. aufzunehmen. Leider konnte dies nicht abgespielt werden, dennoch wollen wir euch das ganze nicht vorenthalten.

 Viel Spaß beim Hören!

Montag, 6. Juli 2020

Donnerstag, 25. Juni 2020

Unser Fussball - basisnah, nachhaltig, zeitgemäß

Die Erklärung:

Unser Fußball – basisnah, nachhaltig, zeitgemäß

Seit Jahren beobachten wir viele Entwicklungen des Profifußballs mit Sorge. Wiederkehrend wurde auf die Notwendigkeit von Veränderungen hingewiesen. Die Corona-Krise hat weitere Schwächen des kaputten Systems Profifußball offenbart. Nun haben auch DFL, DFB und einige Vereinsvertreter Reformen angekündigt. Punktuelle Reformen und die Bekämpfung einzelner Symptome können diesmal aber nicht die Lösung sein. Die Zeit ist gekommen, den Profifußball grundlegend zu verändern. Wir alle wollen einen neuen Fußball:

Unser Fußball – ein fairer Wettbewerb

Faire Rahmenbedingungen sind die Grundlage eines attraktiven Wettbewerbs. Die Schere zwischen großen und kleinen Vereinen geht allerdings immer weiter auseinander. Um den Wettbewerb wieder deutlich ausgeglichener zu gestalten, bedarf es grundlegender Änderungen – sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene. Unser Fußball zeichnet sich durch eine gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays und die eindeutige Begrenzung von Investoreneinflüssen aus.

Unser Fußball – ein gesellschaftliches Vorbild

Mit seiner enormen Strahlkraft kommt dem Fußball eine große gesellschaftliche Verantwortung zu. Eine Verantwortung, der er leider allzu oft nicht gerecht geworden ist. Unser Fußball macht sich im Sport und in der Gesellschaft für Menschenrechte und Vielfalt stark. Er setzt sich konsequent gegen Diskriminierung ein und bekämpft Korruption ernsthaft. Als gesellschaftliches Vorbild handelt unser Fußball sozial nachhaltig und wird seiner ökologischen Verantwortung gerecht.

Unser Fußball – demokratisch & wirtschaftlich nachhaltig

Kurzfristiges Denken und schlechtes Wirtschaften müssen der Vergangenheit angehören. Mit eingetragenen Vereinen als Basis und demokratisch-transparenten Entscheidungsprozessen muss sich der Fußball zukunftsfähig aufstellen. In unserem Fußball gehören die Vereine Dank der 50+1-Regel ihren Mitgliedern. Ein auf langfristige Stabilität ausgelegtes Wirtschaften ist für diese Vereine in allen Ligen möglich. Wirtschaftlich nachhaltiges Handeln und die Bildung von Rücklagen sind fest in den Lizenzierungsverfahren verankert.

Unser Fußball – lebt durch seine Fans

Statt sich immer weiter von seiner Basis zu entfernen, müssen Fans als elementarer Bestandteil des Fußballs anerkannt werden. Als Publikumssport lebt er von einer vielfältigen Fankultur im Stadion. Unser Fußball fördert selbstorganisierte Fankultur und berücksichtigt Faninteressen durch verbindliche und kontinuierliche Beteiligungsprozesse. Er zeichnet sich unter anderem durch sozialverträgliche Ticketpreise, ein inklusives Stadion und fangerechte Anstoßzeiten aus.
Weitermachen wie vor der Krise darf keine Option sein. Wir wollen nicht zurück zu einem kaputten System. Wir fordern Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln. Dazu braucht es einen glaubhaften Grundsatzbeschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen: Die Zukunft des Fußballs muss grundlegend neu gestaltet werden – basisnah, nachhaltig und zeitgemäß.

Nach dem Abschluss der Saison 2019/20 wird die Erklärung mit allen Unterzeichnenden an die Deutsche Fußball Liga und den Deutschen Fußball-Bund übergeben.


Link zur Homepage: https://unserfussball.jetzt

Samstag, 20. Juni 2020

Freitag, 29. Mai 2020

In der Krise beweist sich der Charakter


Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.
Wiederaufnahme des Spielbetriebs
Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.
Veränderungen
„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.
Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder
Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2. Rücklagen
Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese - ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3. Gehalts- und Transferobergrenzen
Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4. Einfluss durch Berater beschränken
Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.
Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.
Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.
Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!
Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5. Kader begrenzen
Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.
Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.
Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Dienstag, 28. April 2020

Blutspendeaktion der PGDU

Hallo Zebras,

wir hoffen, ihr alle haltet euch in der aktuellen Situation trotz allem gut über Wasser (wer Unterstützung braucht, findet hier eine Übersicht der Duisburger Hilfsangebote: https://www.duisburg.de/microsites/coronavirus/aktuelles/hilfsangebote.php).
Wir möchten auch über unsere Kanäle noch mal Werbung dafür machen, sich an den zahlreichen Möglichkeiten zu beteiligen, denen unter die Arme zu greifen, die es benötigen. Auch Kleinigkeiten können eine große Unterstützung sein.
Eine enorme Baustelle in dieser Krisenzeit sind die zunehmend schwindenden Blutreserven der Krankenhäuser, weil die Bereitschaft zur Spende mit dem Corona-Ausbruch in Deutschland massiv abgenommen hat. Für die ohnehin knappen Bestände eine heikle Sache! Blutspenden sind ein tagtägliches überlebenswichtiges medizinisches Mittel. Wir alle können jederzeit bei Operationen oder ärztlicher Behandlung darauf angewiesen sein!

Parallel dazu schwebt unser MSV Duisburg in stetig wachsender finanzieller Not. 

Um beides abzumildern, hat sich die Proud Generation ein wirklich gut durchdachtes Konzept überlegt:

http://meinblutfuerdenmsv.de/ 
Kurz zusammengefasst:
Ihr bekommt für eine Blutspende 20€. Diese könnt ihr direkt vor Ort als Spende für den MSV anweisen.
Blutspenden und damit parallel dem Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg 20€ einbringen – was gibt’s da lang zu überlegen.
Checkt die Seite, haltet euch an die dortigen Angaben und füllt gemeinsam mit der Zebrafamilie die Blutreserven der Krankenhäuser und die Kasse unseres Vereins auf.
Auf geht’s, Zebras!

Dienstag, 21. April 2020

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Morgen treffen sich die Vertreter der DFL zur Debatte über die Fortsetzung der Saison. Geisterspiele stehen im Raum. Das Fanszenne-Bündnis hat dazu eine Stellungnahme rausgehauen, der wir uns auf ganzer Linie anschließen. Lest selbst:
Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt.
Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:
Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne. 
Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.
Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.
Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern. 
Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.
Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.
Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!
In diesem Zusammenhang fordern wir:
-Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren. 
-Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden. 
-Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner- und verlier geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.
-Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben. 
Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!
Fanszenen Deutschlands im April 2020

Freitag, 27. März 2020

Solidarität und Aktionen in der aktuellen Situation



Mahlzeit Zebras,

Der Spielbetrieb ist zurzeit eingestellt und was die Zukunft für uns bereithält ist ungewiss. Momentan stehen aber wichtigere Dinge im Vordergrund: die Gesundheit unserer Mitmenschen! In Duisburg sind wir mit den Werten Solidarität und Nächstenliebe aufgewachsen. Darum ist es gerade in dieser Zeit wichtig, sich gegenseitig zu helfen. Im Wedaustadion kommen seit Jahrzehnten MSV-Fans aller Generationen zusammen. Jung und Alt werden durch die Liebe zum Spielverein verbunden. Eben jene Generation, die viele von uns zum ersten Mal mit an die Wedau genommen hat, gilt in dieser Zeit als besonders gefährdet. Wichtig ist es diese zu unterstützen und zu schützen, damit wir auch in Zukunft wieder viele Siege unserer Zebras gemeinsam feiern können. Haltet euch so gut es geht an die herausgegebenen Hinweise zur Eindämmung des Virus!

Auch darüber hinaus können wir helfen. Fragt Eure Nachbarn mal, ob sie Hilfe beim Einkaufen benötigen und helft Euch gegenseitig. Eine Einkaufshilfe wird übrigens von einer Reihe Duisburger Institutionen angeboten, auf die wir gerne hinweisen wollen:


https://www.duisburg.de/microsites/coronavirus/aktuelles/hilfsangebote.php

Denkt aber auch an die Leute, die tagtäglich, im Krankenhaus, im Supermarkt oder anderswo für die Lebenserhaltung unserer Stadt sorgen. Die Leute, deren Job in dieser Zeit noch schwieriger als ohnehin schon ist und die dafür leider nicht immer den Respekt und die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht. Euch gebührt unser Dank! 

Abschließend wollen wir noch einmal auf unseren MSV zu sprechen kommen. Vereinsvertreter haben mitgeteilt, dass die Spielpause und die derzeit ungewisse Situation massive finanzielle Folgen für unseren Verein nach sich ziehen können. Viel tun können wir derzeit nicht, aber erste Ideen für die Zeit, in der Zusammenkünfte in größerer Zahl wieder möglich sind, schwirren bereits durch unsere Köpfe. Wir möchten Euch außerdem auf die von PGDU initiierte Aktion "Mein Blut für den MSV" hinweisen. Spendet Blut! Die Zahl der Spender geht auch bedingt durch den Coronavirus immer weiter zurück. Durch Eure Spende könnt ihr nicht nur unserem Verein in einer finanziell schwierigen Phase helfen, sondern leistet somit einen Beitrag, dass wichtige medizinische Hilfen auch weiterhin geleistet werden können. Unter folgendem Link könnt ihr Euch näher informieren: 

http://meinblutfuerdenmsv.de/

Wer als Spender nicht in Frage kommt kann durch Einkäufe im Onlineshop, Spenden auf das Konto des e.V. und den Verzicht auf Rückgabe der bereits gekauften Eintrittskarten den Verein unterstützen.

Dienstag, 10. März 2020

Meidericher Spielverein - 1 FC. Magdeburg

26. Spieltag 
Meidericher Spielverein - 1 FC. Magdeburg (1:0)
Zuschauer: 12.239




Samstag, 7. März 2020

Kollektivstrafen zum "Schutze" eines Milliardärs - der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht

In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.
Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen. 
Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende  Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.
Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die "neue Linie" des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.
Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.
Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.
Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen! 
Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.
Wir fordern und erwarten daher:
  • Kollektivstrafen abschaffen! Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.
  • Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen! Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören - im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!
Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.

Fick dich DFB!                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Fanszenen Deutschlands im März 2020

Donnerstag, 5. März 2020

Spruchbanderklärung: SV Meppen


Spruchbanderklärung Meppen

Ein turbulentes Wochenende liegt hinter dem deutschen Fußball. Ein turbulentes Wochenende, das mal wieder zeigt, wie sehr die Verwendung der Begriffe „anständig“ und „scheinheilig“ doch von der Perspektive des jeweiligen Betrachters abhängig ist. 22 Millionäre solidarisieren sich auf dem Platz in Hoffenheim mit einem von ihnen und danach wird von ihnen und ihren Chefs mit dem Finger gezeigt, auf das „Pack aus den Kurven“, die „hässliche Fratze des Fußballs“ und die „hirnlosen Chaoten“. Nichts Neues also. Die feine Gesellschaft echauffiert sich über den Pöbel, weil dieser eine Sprache spricht, die sich nicht geziemt. Die feine Gesellschaft, die in der Vergangenheit bei rassistischen Vorfällen nur halbgare Floskeln zum Besten gab. Die feine Gesellschaft, die von korrupten Deals mit fragwürdigen Unternehmen profitiert; solche Unternehmen, die sich nicht so sehr um Menschenrechte scheren. Die feine Gesellschaft, die in den letzten Jahrzehnten dafür gesorgt hat oder zumindest kritiklos hingenommen hat, dass der Fußball Schritt für Schritt seine Glaubwürdigkeit verliert, dass der Glaube an einen fairen sportlichen Wettbewerb fast gestorben ist. Jetzt erheben sie sich, denn es geht gegen einen von ihnen.

Vorab: Dietmar Hopp geht uns in dieser Diskussion am Arsch vorbei! Wir sehen sein Wirken im Fußball kritisch. Die Gründe dafür haben wir in früheren Spruchbanderklärungen mehrfach benannt. Weiter wollen wir uns nicht zu seiner Person äußern. Uns geht es vielmehr um das Wirken des DFB und den Diskurs über das vergangene Wochenende in der Öffentlichkeit. Es gibt eine Menge Protestformen über die sich sicherlich streiten lässt. Bei Fadenkreuzen sind wir raus. Doch hat der vergangene Spieltag gezeigt, dass nicht unbedingt ein Unterschied gemacht wird zwischen Spruchbändern mit beleidigenden Inhalten und solchen mit versachlichter Kritik. Die direkte Reaktion des DFB auf unsere Äußerung beim Gastspiel in Meppen zeigt dies. Ein Spruchband, welches durch uns im Vorfeld offiziell angemeldet und durch die entsprechenden Stellen genehmigt worden war, sorgte dennoch für eine Spielunterbrechung und eine Durchsage des Stadionsprechers. Verbunden mit dieser Durchsage und der im Vorfeld entfachten Hysterie kam es auch zu Unmutsbekundungen anderer MSV-Fans und vereinzelten Versuchen die Präsentation des Banners zu behindern. Wir bedauern, dass es zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Durch eine bessere Informationspolitik unsererseits hätte diese Situation vielleicht verhindert werden können. Dennoch rufen wir alle MSV-Fans auf sich nicht von der hysterischen Berichterstattung beeinflussen zu lassen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung dürfen wir uns nicht von Außenstehenden kaputt machen lassen. Wer noch Gesprächsbedarf hat kann am Spieltag an den bekannten Orten gerne auf unsere Leute zukommen.

Wenn also von offizieller Seite - wie in diesem Fall - kein Unterschied mehr gemacht wird, ist es da verwunderlich, dass Fanszenen, die über einen langen Erfahrungsschatz im Umgang mit dem Anprangern von Missständen und vor allem dem Nicht-gehört-werden verfügen zu einer „unfeineren“ Sprache greifen?
Nachdem harsche Kritik laut geworden ist, rudert der DFB nun zurück. Man muss sich fragen, ob dieses vorschnelle, scheinbar unklare und unprofessionelle Vorgehen nicht eher an einen Provinzverein erinnert als an den großen und glorreichen DFB.

Warum entschieden wir uns ein Spruchband zu Vorfällen auf der großen Bühne des Fußballs zu machen, während unser Verein auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis des Profigeschäfts ums Überleben kämpft? Durch die Hintertür ist der DFB-Kontrollausschuss mit der Bestrafung der Dortmunder Fanszene für ihr Verhalten in Hoffenheim zur Praxis der Kollektivstrafe zurückgekehrt. Die BVB-Fans lieferten aufgrund ihres jahrelangen Konflikts mit Dietmar Hopp eine vermeintlich gute Rechtfertigung, um mit dem eigenen Versprechen zu brechen und doch wieder zu dieser unsäglichen Praxis zurückzukehren. Wer kann sich schon sicher sein, dass bei der nächsten vermeintlichen Grenzüberschreitung nicht schon wieder das Instrument der Kollektivstrafe ausgepackt wird? Aus unserer Sicht wurde die Tür damit wieder aufgestoßen oder wie sagte es Karl-Heinz Rummenigge so schön? Dieses Vorgehen stellt eine Zäsur dar. Und in ein paar Wochen haben wir den nächsten Vorfall in dem es eine Fanszene aber auch wirklich übertrieben hat und so stehen wir irgendwann an einem Punkt, an dem die Zuschauerteilausschlüsse wieder zum Alltag geworden sind. In diesem Sinne: Wehret den Anfängen!

Für viele Fanszenen bildete dieser Umstand die Grundlage für die Plakate, an denen sich nun die öffentliche Empörung entzündet. Man könnte es eine neue Dimension der Empörung nennen. Das irritierende daran ist, dass es in der näheren Vergangenheit im Fußballgeschäft einige Vorfälle gegeben hat, in denen ein öffentlicher Aufschrei und eine Solidaritätsbekundung dieses Ausmaßes durchaus angebracht gewesen wären. Dass dies erst jetzt passiert, wenn ein reicher, weißer Mann und guter Freund von Rummenigge und Co. betroffen ist, lässt diese Empörung ziemlich scheinheilig wirken.

KOHORTE ULTRAS März 2020

Montag, 2. März 2020

25. Spieltag 
SV Meppen - Meidericher Spielverein (1:0)
Zuschauer: 10.750


Spruchbanderklärung: SV Waldhof Mannheim




Manchmal passieren Dinge, ohne dass man so wirklich mitbekommt, dass sie gerade passieren. Und auf einmal wird man vor ein Faktum gestellt, ohne den vorherigen Prozess überhaupt mitbekommen oder verfolgt zu haben. So geschehen mit der sogenannten „Besonderen Gebührenverordnung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat für individuell zurechenbare öffentliche Leistungen in dessen Zuständigkeitsbereich“ – kurz gesagt, der Gebührenordnung der Bundespolizei. Zu dieser haben wir uns beim vergangenen Heimspiel gegen Mannheim geäußert und wollen nun kurz den Hintergrund erläutern:
Die Gebührenordnung der Bundespolizei wurde letztes Jahr im Oktober von dem allseits beliebten Bundesinnenminister Horst Seehofer eingeführt und verfolgt das Ziel, die Kosten für sogenannte „vermeidbare Einsätze“ der Bundespolizei auf die jeweils betroffene Person umzulegen – durch eben eine jeweils festgelegte Gebühr. So soll z.B. ein Platzverweis 88,85€ kosten, eine erkennungsdienstliche Behandlung 59,90€ und eine Identitätsfeststellung ist mit 53,75€ sogar ein richtiges Schnäppchen. Inzwischen werden die ersten Zahlungsaufforderungen verschickt, wodurch das Thema auch jetzt erst publik wird – Chapeau Herr Seehofer, bisher sind Sie jeglichem Gegenwind aus dem Weg gegangen! 
Doch warum ist denn überhaupt mit Gegenwind zu rechnen? Was genau ist denn das problematische an einer solchen Gebührenordnung? Hat die Bundespolizei denn nicht das Recht, ihre Einsätze finanzieren zu lassen? 
Fangen wir mal mit der letzten Frage an: ja, natürlich müssen jegliche Einsätze der Bundespolizei finanziert werden. Aber das werden sie halt auch bereits – durch allgemeine Steuermittel. Wir alle zahlen bereits für die Bundespolizei und ihre Aufgabenbereiche, die auf der eigenen Homepage aufgezählt werden: Schutz der Landesgrenzen, Sicherheit bei der Bahn und an Bahnhöfen, Sicherheit beim Flugverkehr, Schutz von wichtigen Ämtern und Behörden. Außerdem heißt es auf der Website der Bundespolizei „Die beste Hilfe gegen Straftaten ist eine gute Vorbeugung, damit erst gar keine Straftaten passieren.“ – wodurch sich auch die Begründung für präventive Maßnahmen in sogenannten „Gefahrenlagen“ ergibt. Und wer nun solche „Gefahrenlagen“ vorsätzlich oder fahrlässig schafft, soll für den jeweilig folgenden Einsatz zur Kasse gebeten werden. Und an diesem Vorgehen gibt es eben eine Menge zu kritisieren: ich als Privatperson kann zur Kasse gebeten werden, ohne dass mir überhaupt eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit nachgewiesen wurde. Entscheidet die Bundespolizei sich dazu, an bzw. mit mir eine wie auch immer geartete Maßnahme durchführen zu wollen, so muss ich für diese finanziell geradestehen und beispielsweise dafür bezahlen, dass ich mich aufgrund eines vermeintlichen Fehlverhaltens auf einer Demonstration (was mir aber nicht durch einen Richterspruch o.ä. endgültig nachgewiesen ist) nicht mehr in einem bestimmten Stadtgebiet aufhalten darf. Die Bundespolizei hat also freie Hand darin, welche Maßnahmen sie für notwendig hält – danach machen sie allerdings die Hand auf und sacken das Geld von der jeweils betroffenen Person ein. Ob dann in einem folgenden Gerichtsverfahren meine Schuld festgestellt wird oder nicht, ist uninteressant – zahlen muss ich für den Einsatz der Bundespolizei so oder so. Eine Art Geldstrafe quasi, ohne dass bewiesen ist, dass ich aufgrund unseres Rechtssystems eine Strafe abzuleisten hätte. Die Bundespolizei setzt sich in diesem Fall also über unsere Gewaltenteilung hinaus und übernimmt als Exekutive auch direkt die Judikative, indem sie selbst eine Art Geldstrafe vor das eigentliche Strafsystem setzt. Dass versucht wird, dies als legitime Gebühren für „vermeidbare Einsätze“ zu verkaufen, ist eine Frechheit. Jede Ordnungswidrigkeit und jede Straftat kann von Seiten der Bundespolizei als „vermeidbar“ angesehen werden, jede Maßnahme der Bundespolizei kann diese als von ihrer Seite „notwendig“ verkaufen und jede „Gefahrenlage“ kann ihren Ursprung in einer x-beliebigen Person finden, die dann neben dem eigentlichen Strafprozess auch noch von ungeprüften Geldstrafen betroffen ist. 
Dass diese komplexe Thematik auch uns als Fußballfans betreffen kann bzw. wird, dürfte auch kein großes Geheimnis sein. So sind auch wir z.B. auf Auswärtsfahrten mit dem Zug mit der Bundespolizei konfrontiert und der 1. Bundesvorsitzende der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, frohlockte bereits „Ich denke aber gerade an die in Zügen randalierenden Fußballfans, denen wir künftig Gebühren für den Einsatz der Polizeikräfte und unsere Auslagen zum Beispiel für das Ablöschen bengalischer Feuer usw. in Rechnung stellen können“. Im worst case-Szenario lässt sich also folgendes Bild zeichnen: die Bundespolizei scheint in irgendeiner Situation eine „Gefahrenlage“ zu erkennen, möchte diese abwenden, indem „präventive Maßnahmen“ durchgeführt werden – und bittet dann diejenigen zur Kasse, die (wahrscheinlich willkürlich) von diesen Maßnahmen betroffen waren. Den betroffenen Personen ist zu diesem Zeitpunkt keine Schuld nachzuweisen, der Rechtsstaat hat sich noch nicht mit dem Fall beschäftigt, sie sind lediglich Opfer einer willkürlichen Maßnahme der Bundespolizei geworden und müssen für diese blechen. Dass in dieser Gebührenordnung auch Dinge wie die Reinigung verunreinigter Uniformen oder die Reinigung verunreinigter Gewahrsamszellen benannt werden, ist schon fast wieder zum Lachen. Man wird also vielleicht unberechtigt aufgrund der Willkür einzelner Bundespolizisten in Gewahrsam genommen und soll dann dafür zahlen, dass die Zelle nicht mehr so blitzeblanke sauber wie vorher ist?!
Es ist also eindeutig, dass die Gebührenordnung der Bundespolizei elementar in bürgerliche Rechte und Freiheiten eingreift. Auf jeder Veranstaltung, die von der Bundespolizei begleitet wird, muss man nun also Angst haben, in einer Art und Weise aufzufallen, die den anwesenden Kräften der Bundespolizei dazu Anlass geben könnte, eine Maßnahme durchzuführen, die dann finanziell auf mich gewälzt wird. Dass die Bundespolizei hier freie Hand hat und auch vollkommen willkürlich Leute nun mit Geldstrafen konfrontieren kann, ist der Beweis für ein sehr ungesundes Verhältnis zwischen Exekutive und Judikative, welches wiederum Auswirkungen auf die bürgerlichen Rechte hat und diese massiv einschränkt. 

FÜR die Grundrechte und Gewaltenteilung – GEGEN die Gebührenordnung! 

Meidericher Spielverein - SV Waldhof Mannheim

24. Spieltag 
Meidericher Spielverein - SV Waldhof Mannheim (2:3)
Zuschauer: 12.169


Montag, 17. Februar 2020

FSV Zwickau - Meidericher Spielverein

23. Spieltag 
FSV Zwickau - Meidericher Spielverein (1:0)
Zuschauer: 4.369


Dienstag, 11. Februar 2020

Meidericher Spielverein - Eintracht Braunschweig

22. Spieltag 
Meidericher Spielverein - Eintracht Braunschweig (1:1)
Zuschauer: 14.849


Samstag, 8. Februar 2020

Preußen Münster - Meidericher Spielverein

21. Spieltag 
Preußen Münster - Meidericher Spielverein (1:4)
Zuschauer: 8.903


Mittwoch, 29. Januar 2020

Meidericher Spielverein - FC Ingolstadt

20. Spieltag 
Meidericher Spielverein - FC Ingolstadt (1:1)
Zuschauer. 14.513




Freitag, 24. Januar 2020

Montag, 20. Januar 2020

KOHORTE SOZIAL: Spendenübergaben

Hallo Zebras, 

auch in diesem Jahr konnten wir knapp 100 Säcke Kleidung für den Kleiderladen des Sozialzentrums spenden.

Ein toller Erfolg der Spendenaktion. 
Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Spendern.




Freitag, 17. Januar 2020

3. Kohorte Hallenpokal

AUCH IN DIESEM JAHR DURFTEN WIR WIEDER EINEN
UNVERGESSLICHEN TAG MIT EUCH VERBRINGEN. 

WIR BEDANKEN UNS AN DIESER STELLE BEI ALLEN 
TEILNEHMENDEN MANNSCHAFTEN, GÄSTEN UND FREUNDEN!

AUF EINE ERFOLGREICHE RÜCKRUNDE!


Mittwoch, 25. Dezember 2019

Sonnenhof Großaspach - Meidericher Spielverein

19. Spieltag 
Sonnenhof Großaspach - Meidericher Spielverein (1:1)
Zuschauer: 2.207


Dienstag, 24. Dezember 2019


Mittwoch, 18. Dezember 2019

SpVgg Unterhaching - Meidericher Spielverein

18. Spieltag 
SpVgg Unterhaching - Meidericher Spielverein (2:2)
Zuschauer: 4.250



Donnerstag, 12. Dezember 2019

Spruchbanderklärung: FC Bayern München Amateure



Beim letzten Heimspiel unserer Zebras gegen die zweite Mannschaft von Bayern München wird aufmerksamen Augenpaaren sicherlich unser Spruchband zu Beginn der zweiten Spielhälfte aufgefallen sein. Hier äußerten wir uns recht provokant und plakativ in Richtung Herbert Reul, dem aktuellen Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Aber worum geht es in der Sache überhaupt?
Vom 04.12. bis zum 06.12. tagte die sogenannte Innenministerkonferenz zum 211. Mal. Stattgefunden hat die Konferenz dieses Jahr in Schleswig-Holstein. So reisten also alle 16 Innenminister plus Horst Seehofer als Bundeminister des Innern und für Bau und Heimat nach Lübeck, um sich dort zu verschiedenen Themen auszutauschen. Diese Themen unterteilen sich in verschiedene Arbeitskreise, wie z.B. innere Sicherheit oder Verfassungsschutz. Beschlüsse der Innenminister können übrigens nur einstimmig erfolgen, Horst Seehofer hat hier (wahrscheinlich glücklicherweise) kein Stimmrecht. 
Ganz im Gegensatz zu Reul: dieser kann abstimmen, seine Meinung äußern, Vorschläge machen. Und eben einer dieser Vorschläge ist uns böse aufgestoßen. Reul äußerte im Rahmen der Innenministerkonferenz gegenüber der Rheinischen Post: „Strafen müssen wehtun, und manchen Möchtegernbambo aus dem Fanblock schmerzen ein paar Wochen Fahrverbot sicher mehr als ein paar Euro Geldstrafe“. Also Führerscheinentzug für Pyrotechnik? Für Reul offenbar eine Option, die er mal so in den Raum werfen möchte. Dass die Strafverfolgung innerhalb unseres Rechtsstaates auf dem Strafgesetzbuch basiert, welches für jedes Vergehen und Verbrechen bereits den Rahmen einer Strafe benennt – geschenkt. Dass es bereits Strafen (eben die von Reul benannten „paar Euro Geldstrafe“ oder ein Stadionverbot) für diejenigen Zünder gibt, die identifiziert werden – geschenkt. Dass ein Führerscheinentzug nun wirklich in so gar keinem Zusammenhang mit vermeintlichem Fehlverhalten im Stadion steht – geschenkt. 
Die Sinnhaftigkeit dieses Vorschlags lässt sich also vollkommen zurecht infrage stellen. Es scheint, als wäre Reul eher an Aktionismus als an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema gelegen. Die Abfälligkeit, mit der er diesen Vorschlag in die Öffentlichkeit gebracht hat, wirkt überheblich und weltfremd. Es wäre nicht das erste Mal, dass Reul mit seinen Aussagen in der Kritik steht und man sich die Frage stellt, ob ein Mann in seinem Alter wirklich Entscheidungen für eine deutlich jüngere Gesellschaft fällen sollte. So war es eine seiner ersten Amtshandlungen, dass die von der rot-grünen Landesregierung eingeführte Kennzeichnungspflicht für Polizisten wieder abgeschafft wurde – laut Raul gab es nämlich keine sachlich vernünftige Begründung für diese. Dass er später in einem Interview mal zugab, dass Fehler der Polizei auch anhand einer „Null-Toleranz-Linie“ bewertet werden müssten, hört sich da doch fast nach einer hohlen Phrase an. Aber er ist eben ein Mann der großen Worte. So erzählte er der Westdeutschen Zeitung mal ganz stolz, wie viel Geld er vom Finanzminister für die anstehende Digitalisierung der NRW-Polizei erhalten hat. Ob dieses Geld inzwischen auch wirklich sinnvoll verwendet wurde und es ob nicht vielleicht andere Probleme in NRW gibt, die „wirklich viel Geld“ gebrauchen könnten, sei mal so dahingestellt. 
Und genau da kommt eben der Punkt: Reul scheint sich zum Teil mit Dingen zu beschäftigen, die im Gegensatz zu unseren wirklichen Gesellschaftsproblemen unbedeutend sind. Statt wahnwitzige Vorschläge wie den Führerscheinentzug für Pyrotechnik in den Raum zu werfen, könnte der Innenminister doch mehr Energie dafür benutzen, sich unseren wahren Problemen in NRW zu stellen. Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Mangel an Sozialwohnungen, leergefegte Innenstädte, politische Extremisierung der bürgerlichen Mitte, Politikverdrossenheit, mangelnde Sanierungsmöglichkeiten an Schulen und Universitäten… Die Liste ist lang. 

Und Reuls Zeit bis zur Pension hoffentlich deutlich kürzer. 

Meidericher Spielverein - FC Bayern München Amateure

17. Spieltag 
Meidericher Spielverein - FC Bayern München Amateure (3:2)
Zuschauer: 13.308


Samstag, 7. Dezember 2019

Montag, 2. Dezember 2019

Hallescher FC - Meidericher Spielverein

16. Spieltag 
Hallescher FC - Meidericher Spielverein (1:0)
Zuschauer: 7.508


Sonntag, 1. Dezember 2019

Meidericher Spielverein - Viktoria Köln

15. Spieltag 
Meidericher Spielverein - Viktoria Köln (2:1)
Zuschauer: 11.807


Sonntag, 24. November 2019

Mittwoch, 20. November 2019

Mittwoch, 13. November 2019

Hansa Rostock - Meidericher Spielverein

14. Spieltag 
Hansa Rostock - Meidericher Spielverein (1:2)
Zuschauer: 13.732