Mittwoch, 24. Februar 2021

ES LEBE DER VEREIN

Die Initiative "Es lebe der Verein" hat sich gegründet. Auch wir sind Teil davon und unterstützen diese. Folgend das Selbstverständnis. Weitere Infos auf https://es-lebe-der-verein.de



Durch den verpassten Aufstieg der letzten Saison und die Corona-Pandemie hat sich die angespannte Lage unseres Vereins nochmals verschärft. Das Resultat: Der Investor Capelli Sport, der bereits in der Vergangenheit 10,1 % der Gesellschaftsanteile am ausgegliederten Profispielbetrieb – also der MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA – gekauft hat, stockt seine Unternehmensbeteiligung deutlich auf. Durch den neuen Deal gehören dem US-amerikanischen Sportunternehmen nun insgesamt 40,1 % der Herren-Profiabteilung unseres Vereins. Die Gegenleistung: 2,75 Millionen Euro frisches Geld und die Umwandlung von Verbindlichkeiten in Höhe von 2,7 Millionen Euro in Gesellschaftsanteile. Insgesamt ein hoher Preis für unseren MSV; geht doch mit einem solch massiven Anteilsverkauf ein großes Stück Selbstbestimmung verloren. Nach einheitlicher Auffassung aller Verantwortlichen scheint es aber keine Alternative gegeben zu haben, um den Spielbetrieb in der dritten Liga für die laufende Saison zu sichern.

Trotz der neuen finanziellen Mittel bleibt die Situation kritisch. Wie so oft in den vergangenen Jahren kommt es auch dieses Mal wieder auf die gesamte Zebragemeinde an. Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, dass der Meidericher Spielverein langfristig in wirtschaftlich und sportlich ruhige Fahrwasser gelenkt wird. Der für den Lückenschluss unverzichtbare Verkauf von rund 4.000 Unterstützerdauerkarten verdeutlicht das, ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was wir leisten können und müssen.

Denn neben der sportlichen und wirtschaftlichen Stabilität kommt es vor allem auch darauf an, dass unser Verein strukturell zukunftsfähig aufgestellt bleibt. Uns allen hat die Erfahrung mit Walter Hellmich vor Augen geführt, wie zerstörerisch die Konsequenzen sein können, wenn die Basis des Vereins und dessen Kontrollorgane ihren Einfluss auf die Entscheidungsprozesse verlieren. Die Nachwirkungen der Ära Hellmich sind noch heute spürbar und eine Ursache für die existenzbedrohende Situation.

Mit dem neusten Anteilsverkauf an Capelli Sport hat der MSV Duisburg einen weiteren Teil seiner Souveränität eingebüßt. Wie schnell wirtschaftliche Abhängigkeit zu einem kompletten Kontrollverlust führen kann, zeigen neben der eigenen Historie die Beispiele KFC Uerdingen und 1860 München mit aller Deutlichkeit.

Auch bei uns ist diese Thematik nach der Kapitalerhöhung durch Capelli Sport wieder höchst aktuell. Denn Anteilsverkäufe gehören mittlerweile zur gängigen Bewältigungsstrategie finanzieller Krisen beim MSV Duisburg. Das erneute Aufkeimen des Themas dürfte angesichts der weiterhin enormen wirtschaftlichen Schieflage – aller gegenstehenden Äußerungen zum Trotz – nur eine Frage der Zeit sein. Deshalb müssen wir – die Mitglieder des Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg – uns zwangsläufig mit den möglichen Konsequenzen auseinandersetzen.

Die Initiative „Es lebe der Verein“ hat sich aus zahlreichen Strömungen der Duisburger Fanszene zusammengefunden, um den öffentlichen Dialog darüber anzustoßen bzw. voranzutreiben.

Unser Grundverständnis von Verein:

Für uns ist und bleibt der eingetragene Verein (e.V.) der Kern unseres MSV. Er ist der zentrale Bezugspunkt der gesamten MSV-Fangemeinde und mit seinen über 8.000 Mitgliedern die Basis, ohne die kein Profisport möglich wäre.

Klar ist aber auch, dass wirtschaftliche Komponenten zu den alltäglichen Dingen des Fußballs dazu gehören. Wir sind keine „blinden Idealisten“ oder „realitätsfernen Fußballromantiker“. Ein Profiverein benötigt finanzstarke Partner und eine sichere Organisationsstruktur, ohne die erfolgreiches Arbeiten nicht möglich ist. So haben wir uns auch mit dem Umstand arrangiert, dass der professionelle Spielbetrieb unserer Zebras unter einer ausgegliederten Tochtergesellschaft des e.V. organisiert wird. Wir sehen alle Tochtergesellschaften des e.V. als Teil unseres Meidericher Spielvereins an.

Den Verein selbst aber verstehen wir als demokratische Organisation, in der die Mitgliederversammlung als oberstes Organ die strategische Ausrichtung durch Wahl der Funktionsträger bestimmt. Ein Ort, an dem unterschiedlichste Menschen zusammenkommen, die alle dasselbe eint: die Liebe zu ihrem Verein und das Ziel, das Bestmögliche für ihn herauszuholen. Ein Ort also, an dem die Menschen, die den Verein tatsächlich leben und prägen, gemeinsam dessen Weg vorgeben können. Duisburg ist eine Stadt der selbstbestimmten Menschen, eine Stadt der Macher und Malocher. Dieses Selbstbewusstsein hat schon immer die deutschlandweite Wahrnehmung unseres Vereins geprägt. Eben dieses Selbstverständnis muss durch die Mitgliederversammlung auf den gesamten Verein übergehen.

Nur wer den MSV im Herzen trägt, stellt auch in kritischen Situationen das Vereinsinteresse IMMER an oberste Stelle. Bei bloßen Angestellten einer Profi-GmbH und Investoren ist dies durchaus fraglich. Denn naturgemäß zielen diese vorrangig auf den wirtschaftlichen Erfolg der Profigesellschaft und externe Geldgeber in erster Linie auf einen finanziellen Nutzen ihres Investments ab. Beides kann allerdings im Widerspruch zu den Interessen des Gesamtvereins stehen!

Wir sind deshalb davon überzeugt, dass eine möglichst enge Bindung der Profigesellschaft an den e.V. die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft ist. Das Wohl und die Interessen des e.V. haben immer auch Leitlinie für das Handeln der Profigesellschaft zu sein.

Um das zu gewährleisten, muss die Bestimmungshoheit des eingetragenen Vereins und seiner Mitgliederversammlung auf die Geschicke des professionellen Spielbetriebs dauerhaft gesichert sein.

Unsere Ziele:

Im Sinne und zum Wohle unseres Vereins ist es deshalb unser Ziel, die Position des e.V. und insbesondere seine Mitgliederversammlung im Gesamtgefüge des MSV Duisburg zu stärken. Uns geht es nicht um den kategorischen Ausschluss finanzieller Beteiligungen externer Geldgeber. Wir streben

vielmehr eine möglichst direkte Legitimierung grundlegender strategischer Entscheidungen durch die Mitgliederversammlung an. Dabei stehen für uns folgende Punkte im Fokus:

  1. Klare Bekenntnis zur „50 + 1 Regel“ Die „50 + 1 Regel“ besagt, dass die Stimmmehrheit für die Entscheidungsfindung einer ausgegliederten Profigesellschaft stets beim e.V. verbleiben muss. So wird die die grundsätzliche Entscheidungsmacht für den Verein gesichert und eine Komplettübernahme durch einen Investor (theoretisch) ausgeschlossen. Die aktuellen Verantwortlichen des MSV haben sich bereits mehrfach klar für diese Regelung ausgesprochen. Wir fordern die dauerhafte Einhaltung von „50+1“, unabhängig von der personellen Zusammensetzung unserer Vereinsgremien!Insbesondere fordern wir das Bekenntnis zu „50+1“ auch für den Fall, dass die Regelung einmal aus den Statuten von DFB und DFL gestrichen werden sollte.
  2. Stärkung der Position der Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ des MSV Duisburg. Wir Mitglieder sollten uns dieser Position wieder verstärkt bewusst werden. Neben der Berechtigung zur Wahl der Funktionsträger ist es auch die Aufgabe und gleichzeitig das Recht der Mitgliederversammlung, die Geschehnisse im Verein stets wachsam zu verfolgen und im Zweifel Bedenken anzumelden. Es ist dabei erforderlich, dass wir unsere Rechte aktiv einfordern und unsere Möglichkeiten notfalls vollständig auszuschöpfen. Dazu gehört es auch, konsequent alle Maßnahmen zu verhindern, die die Kontrolle der Mitgliederversammlung beschränken und Entscheidungsmacht anderweitig verteilen wollen. Dies bezieht sich auch auf die Geschicke des Profi-Spielbetriebs.
  3. Strikte Trennung von finanzieller Beteiligung und Entscheidungskompetenz
    Die finanzielle Beteiligung von Investoren oder Sponsoren darf in keinem Fall dazu führen, dass Entscheidungsbefugnisse des e.V. beschnitten werden. Ausschließlich die durch Wahl der Mitglieder legitimierten Funktionsträger haben die Befugnis, Entscheidungen für unseren Verein zu treffen und ihn in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Unter keinen Umständen darf es passieren, dass externe Geldgeber sich durch ihre finanzielle Leistung Mitspracherecht an den Entscheidungsprozessen erkaufen. Der Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg ist und bleibt unverkäuflich!

Unser Anspruch ist aber ganz klar: auf Forderungen müssen Handlungen folgen. Wir möchten mit anpacken – und zwar an allen Fronten. Denn aktive Vereinsarbeit hat ihre Grenzen nicht am Stadiontor oder in den Mitgliederversammlungen. Sie erstreckt sich in den Alltag all derer, die unsere Zebras im Herzen tragen. Unser Verein hat mit seiner fast 120-jährigen Geschichte die Stadt Duisburg geprägt und ist fester Bestandteil ihrer Identität. Für tausende Menschen ist der MSV ein nicht wegzudenkender Bezugspunkt im Leben. Sein Fortbestehen hat also weit über die Vereinsgrenzen hinaus enorme Bedeutung. Wir als Teil der MSV-Familie möchten uns dieser Verantwortung stellen und die zukünftige Entwicklung im Sinne der Menschen, die unseren Spielverein lieben und leben, aktiv mitgestalten.

Unser Motto lautet daher: Alle Macht dem e.V. – es lebe der Verein!


Ihr wollt euch der Initiative anschließen oder habt Fragen? Meldet per Mail unter: info@eldv.de

Donnerstag, 24. Dezember 2020

 


Samstag, 12. Dezember 2020

KOHORTE SOZIAL: Spendenübergabe

 Hallo Zebras, 


in diesem Jahr konnten wir knapp 250 Säcke Kleidung für den Kleiderladen des Sozialzentrum St. Peter spenden.
Trotz der pandemischen Umstände war die Spendenbereitschaft in diesem Jahr überragend. 
Neben den Kleiderspenden, konnten durch den internen Verkauf von Solibeuteln insgesamt 1125 Euro für die Schulamterialkammer der Duisburger Caritas gesammelt werden. 

Ein toller Erfolg der Spendenaktionen. 

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Spendern. Bleibt gesund!


Samstag, 28. November 2020

Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands zur Verteilung der TV-Gelder

 

Im Frühling sahen sich die Fußballvereine der ersten beiden Ligen ob wirtschaftlicher Zwänge in der Not, den Spielbetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Die zügige Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den TV-Sendern wurde als einzige Möglichkeit ins Feld geführt, um einen wirtschaftlichen Kollaps des Systems Profifußball in Deutschland zu verhindern.

Um hierfür während noch unklarer Pandemielage für Verständnis zu werben, zeigten sich Vereine und Verbände selbstkritisch. Es gebe Fehlentwicklungen, man könne nicht so weitermachen, es brauche neue Rahmenbedingungen für den Fußball.

Dann rollte der Ball wieder, die Saison ging zu Ende, die nächste Spielzeit begann. Reformen? Fehlanzeige! Wenigstens ein Grundsatzbeschluss, der den Willen zur Veränderung bekundet? Fehlanzeige!

Stattdessen Schweigen im Walde bei den großen Protagonisten des „Re-Start“.

Nun steht die Entscheidung über die künftige Verteilung der Einnahmen aus der nationalen und internationalen TV-Vermarktung bevor. Hier hören wir nun endlich einige reformwillige Stimmen aus dem Ligaestablishment. Diese Stimmen sind auch verdammt wichtig. Doch noch bleiben die Forderungen hinter den bekannten Erwartungen vieler Fans, wie dem detaillierten Konzept von „Zukunft Profifußball“, zurück. Die Neuverteilung der TV-Gelder ist gleichzeitig ein Test, ob die Worte im Frühjahr die erwartete Nebelkerze oder doch ehrlich gemeint waren. Eine deutlich gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder kann nicht alle Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre rückgängig machen, aber sie ist ein erster Schritt in Richtung substanzieller Veränderungen. Weitere Reformen zur Förderung eines ausgeglicheneren Wettbewerbs, aber auch eines nachhaltigen Wirtschaftens müssen folgen.

Der Ball befindet sich nach wie vor bei den Funktionären der Vereine und Verbände. Wenn der Fußball als gesamtgesellschaftliches Ereignis eine Perspektive haben soll, tun diese gut daran, die Vorschläge aus den Kurven endlich ernst zu nehmen und als Auftrag zu begreifen.

Fanszenen Deutschlands




Donnerstag, 26. November 2020

Aktuelle Situation

Vom „Fast-Aufstieg“ zum Abstiegskandidaten – der Spielverein liegt auf der Intensivstation!


Wir kommen direkt zum Punkt: Die sportliche Situation unseres Spielvereins ist für seine Anhänger nicht mehr auszuhalten. Eine Folge von Fehlentwicklungen seit dem „Corona-Sommer“ gipfelten in dem 0:4 gegen einen Aufsteiger aus Verl in einen sportlichen Offenbarungseid, den es in der Form in 118 Jahren Vereinsgeschichte nur selten (oder vielleicht auch noch nie?!) gegeben hat. Wir haben Angst, den 120. Geburtstag unseres Spielvereins nicht mehr feiern zu dürfen!

Ein Jahr Fehlentwicklung und falsche Entscheidungen

Den Auftakt einer unfassbaren Talfahrt machte die pandemiebedingte Zwangspause im Frühling. Als bereits sicher geglaubter Aufsteiger in Liga 2 vergeigte man nach allen Regeln der Kunst den sportlich und vor allem wirtschaftlich eminent wichtigen Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Spielte wirklich nur „Pech“ eine Rolle? Im Nachhinein betrachtet muss doch folgendes festgehalten werden: Alle 20 Mannschaften gingen mehr oder weniger mit den gleichen Voraussetzungen in den Re-Start. In Duisburg durfte der Trainingsbetrieb sogar eher starten, als an den meisten anderen Drittligastandorten. Die vielen verletzungsbedingten Ausfälle, die uns samt individueller Aussetzer von einigen Profis am Ende den Aufstieg gekostet haben, lassen sich schwer als reines Pech einstufen. Nein, hier muss auch im athletischen und/oder mentalen Bereich so einiges schiefgelaufen sein. Natürlich dürfte der Faktor „Zuschauer“ auch eine Rolle gespielt haben. Doch auch hier gilt wie bei allen anderen Vereinen: Die Bedingungen waren für alle gleich! Jeder Verein spielte vor leeren Rängen und hatte die gleiche Anzahl an Spielen zu verkraften.

Schütteln und weiter geht’s? Von wegen!

Nach einer verkürzten Sommerpause überschlugen sich die Ereignisse abermals. Ein beachtlicher Teil der Leistungsträger verließ unseren Verein. Der Abgang von Spielern ist zwar nichts Ungewöhnliches, jedoch hinterließ vor allem der Abgang Albutats einen bitteren Beigeschmack. Selbst der Verkauf von Daschner, welcher immerhin eine Ablösesumme generierte, half nicht weiter. Das gaben der Vorstandsvorsitzende Ingo Wald und Ivo Grlic noch selbst im Rahmen einer Pressekonferenz zu: Der Verkauf kam schlicht „zu spät“, der selbst für Liga 3 geringe Etat wurde bereits verabschiedet und auf die Schnelle konnten keine adäquaten Spieler mehr verpflichtet werden.

Es folgte ein Saisonstart zum Vergessen, der den Rauswurf von Trainer Torsten Lieberknecht zur Folge hatte. Innerhalb von nur zwei Monaten leistete sich die von Sportdirektor und Torsten Lieberknecht zusammengestellte Mannschaft einen heftigen Fehlstart mit dem Ergebnis, dass jetzt ein weiterer Trainer auf der Gehaltsliste steht.

Spätestens jetzt muss auch die sportliche Leitung hinterfragt werden. Obwohl in den Jahren seit dem Zwangsabstieg 2013 überwiegend gute Arbeit geleistet wurde, verläuft die Kurve der sportlichen Entwicklung – mit Ausnahme der Hinrunde 2019/2020 – seit dem letzten Abstieg klar nach unten. Als Retter in der Not wird ein Übungsleiter, der vor einigen Jahren vom Hof gejagt wurde, zurückgeholt. Dieser weiß nach nur zwei Spielen mit seiner neuen Mannschaft augenscheinlich nicht mehr weiter. Wer die ratlosen Äußerungen und Blicke von Gino Lettieri nach dem Verl-Auftritt verfolgt hat, dem kann nur angst und bange werden. Ungeachtet der mittlerweile 16 Jahre in unserem Verein als Spieler und Sportdirektor sollte eines klar sein: scheitert auch Lettieri, muss dies ebenfalls Konsequenzen für Ivo Grlic nach sich ziehen.

Apropos ratlose Blicke. Unmittelbar nach der Arbeitsverweigerung gegen Verl platzte einer kleinen Gruppe aktiver MSV-Fans der Kragen und stellte einen Teil der Mannschaft (selbstverständlich unter Einhaltung aktuell geltender Infektionsschutzbestimmungen) noch am Stadion zur Rede. Was sich den Anwesenden MSV-Fans dort offenbarte, war eine absurde Art der Gleichgültigkeit und Ratlosigkeit, die von der Mannschaft transportiert wurde. Wenn es in der Kabine so zu geht, wie es die Truppe derzeit verkörpert, dann wird einem nicht mehr nur angst und bange. Dann mischen sich Panik, Wut und Verzweiflung in die Gefühlswelt. DIESE Mannschaft in DIESER Verfassung soll unseren Spielverein vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit bewahren? Ist den Spielern eigentlich bewusst, dass sie derzeit für unsere Stadt, diesen glorreichen und traditionsreichen Verein und für tausende von treuen Anhängern nichts weiter darstellen als einen auf allen Ebenen unwürdigen Haufen von Akteuren? Schämt euch! Ihr seid gegen einen Aufsteiger untergegangen, der zuvor noch nie Profi-Fußball gespielt hat! Ihr seid gegen einen Aufsteiger untergegangen, der ebenfalls noch vor Kurzem eine mehrwöchige coronabedingte Zwangspause einlegen musste. Doch euer Gegner hat Attribute gezeigt, die ihr komplett vermissen lasst: Einsatzfreude, Teamgeist und den unbedingten Siegeswillen!

In der Pressekonferenz am Montag appellierte der neue Trainer an die Fans, die Mannschaft zu unterstützen. Wir denken nicht, dass die sportliche Abteilung aktuell in der Lage ist die Fans zu etwas zu bewegen. Stattdessen richten wir einen Appell, eher eine Forderung, an die Mannschaft, den Trainer und die sportliche Leitung.

Reißt euch den Arsch auf!

Die letzten Jahre begleitete nahezu jeder MSV-Fan sogar die Abstiege mit Beifall. Aus welchem Grund? Weil nahezu immer Kampf, Einsatz und Leidenschaft auf dem Platz vorhanden war. Die Fans sind in den letzten Jahren oft genug in Vorleistung gegangen. Jetzt ist es an der Mannschaft dieses zu tun. Bevor das Vereinsmotto „Leben.Liebe.Leidenschaft“ nicht auf dem Platz zum Vorschein kommt wird es von unserer Seite keine weitere Unterstützung für die Mannschaft geben.


Die am Freitag geforderte Moral setzte die Mannschaft gegen Mannheim zum Teil um. Einsatz, Kampf und Wille stimmten. Dennoch halten wir an dieser Stelle fest, dass akzeptable 90 Minuten nicht die Blamage von Freitag und die bisherigen Spiele wett machen. Wir erwarten von den Spielern auch weiterhin diese Tugenden. Und zwar kontinuierlich.

Zebras, es ist kurz vor Zwölf!

Die Zeit, den drohenden Untergang nur von der Couch aus zu verfolgen, muss ein Ende haben. Ja, auch in einer Pandemie gibt es Wege und Mittel sich lautstark und vehement bemerkbar zu machen. Mehr denn je steht unser Spielverein mit dem Rücken zur Wand. Dieses unwürdige Schauspiel darf nicht durch uns unkommentiert und folgenlos bleiben! Wir fordern auch die Geschäftsführung der KGaA und den Vorstand des e.V. dazu auf, endlich eine vernünftige Informationspolitik gegenüber allen zahlenden Mitgliedern und Dauerkarteninhabern, die in der letzten Saison auf teilweise viel Geld verzichtet haben, und vielen, vielen MSV-Fans aufzubauen. In diesem Jahr ist bereits aus bekannten Gründen eine Mitgliederversammlung ersatzlos ausgefallen. Auch im kommenden Frühling ist nicht damit zu rechnen, mit 500 Menschen im Theater am Marientor eine Mitgliederversammlung abhalten zu können. Ein bereits durchgeführter „Informationsabend“ mit einer kleinen zweistelligen Zahl an Fans kann diese niemals ersetzen. Genau so wenig ist es akzeptabel, dass ein Mitarbeiter eines Sponsors offizielle Fragen an den Verein in einem Fanportal beantworten möchte. Die Antworten MÜSSEN von offizieller Vereinsseite kommen. Wir wollen aufbereitet wissen: Wie ist das Geschäftsjahr um die Saison 2019/2020 abgeschlossen worden? Was bedeutet es konkret für die Zukunft des Spielvereins, wenn über die lokale Medienlandschaft propagiert wird, dass diese Saison „nicht durchfinanziert“ sei? Welche Signale gibt es seitens der zahlreichen Gläubiger, den MSV auch zukünftig finanziell zu unterstützen? Welcher sportliche Fahrplan wurde zu Beginn dieser Saison intern vereinbart? Wie geht es nächste Saison weiter? Gibt es ein Szenario, in dem der MSV noch ein Jahr 3. Liga durchsteht? Wir haben Fragen, wir fordern Antworten.

Die Zeit des Zuschauens ist für uns ab sofort vorbei!

Noch am Sonntag des letzten Wochenendes meldete sich mit Andreas Rüttgers erneut der oben erwähnte Mitarbeiter einer unserer Sponsoren zu aktuellen Fragen rund um den Verein im MSV-Portal zu Wort. Da der Mitarbeiter das Kürzel seines Arbeitgebers im Namen trägt kann hier nicht davon ausgegangen werden, dass es sich um seine private Haltung handelt, sondern um offizielle Aussagen des Sponsors.

Auf die Frage, ob Entscheidungen des Vereins zuvor mit seinem Arbeitgeber abgesprochen werden folgte die Antwort:

„Es gibt definitiv Bereiche, in denen der Verein Entscheidungen mit uns absprechen muss, das sind aber überwiegend Bereiche aus dem Bereich des e.V.“.

Auch wenn die Fans dankbar über jeden Sponsor sind, der unseren Verein unterstützt und wir wissen, dass Profifußball in der heutigen Zeit ohne Sponsoren nicht mehr durchführbar ist, so müssen wir an dieser Stelle eines klarstellen:

Einmischungen in die Angelegenheiten des Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg können und werden wir nicht akzeptieren. In der Satzung unseres Vereins sind in § 9 die Organe des Vereins festgehalten, welche im Verein Rechte und Pflichten haben. Dort werden mit keiner Silbe Sponsoren erwähnt.

§ 9 Absatz 2 besagt außerdem: „Die Organe des Vereins arbeiten vertrauensvoll zusammen. Sie informieren einander rechtzeitig über alle Angelegenheiten, welche die Aufgaben der jeweils anderen Organe betreffen, und berücksichtigen deren Willensbildung bei ihrer Entscheidungsfindung.“
Eben dieses Recht auf Informationen fordern wir hiermit ein.

Inwiefern nimmt welcher Sponsor von außen Einfluss auf Entscheidungen des Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg?

Auf welcher Grundlage geschieht dies?
Wir als Mitglieder und Teilnehmer der Mitgliederversammlung als oberstes Organ eben dieses Vereins fordern vollumfängliche Aufklärung zu den getätigten Aussagen. Andernfalls sehen wir uns gezwungen die erforderlichen Schritte zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einzuleiten.

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Proud Generation Duisburg
PGDU Freundeskreis
Old Generation
Kohorte Ultras
Jungspunde Duisburg
Fasciated Crew
Metropol 47
Zebrabande
Fanatics Duisburg
Comunidad Duisburg
Superzebras
Born to suffer
RheinRuhrEmscher-Zebras 2013
Elite Zebras
Hafenstadt Kollektiv
Alte Kameraden Meiderich
Pendechos
Bikerzebras Breitscheid
Zebralution
Sektion Nord
Männer die auf Zebras starren
Deep Blue
Zebra Family
Amicos Vitae 1902
Old School Zebras
Alte Garde Linie 9
Phönix Duisburg
Fanclub Block 10
Generation Gestreift

Donnerstag, 5. November 2020

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Update Verschönerung der Nordkurve

Hallo Zebras,

hier ein weiteres Update über die Fortschritte der Nordkurvenverschönerung. 
Vielen Dank für die bisher eingegangenen Spenden - Wir freuen uns weiterhin über Eure finanzielle Unterstützung.

Choreo AG Duisburg e.V.
Verwendungszweck: Verschönerung Nordkurve
IBAN: DE47 3505 0000 0200 3429 13


Freitag, 25. September 2020

Update Verschönerung der Nordkurve

 Hallo Zebras,

hier ein weiteres Update über die Fortschritte der Nordkurvenverschönerung. 
Vielen Dank für die bisher eingegangenen Spenden - Wir freuen uns weiterhin über Eure finanzielle Unterstützung.

Choreo AG Duisburg e.V.
Verwendungszweck: Verschönerung Nordkurve
IBAN: DE47 3505 0000 0200 3429 13



Donnerstag, 24. September 2020

Aktuelle Situation

 Hallo Zebras,


nachdem wir den Re-Start des Ligabetriebs in der letzten Saison stark kritisiert haben, stehen wir mit der teilweisen Zulassung von Zuschauern in deutschen Sportstätten vor der nächsten schwierigen Frage: Reingehen oder nicht.

Die Unterstützung unseres Vereins bei allen Pflichtspielen ist DER Kernpunkt unserer Gruppenphilosophie. Jedes Spiel, das wir verpassen, schmerzt!

Aber: wir sehen uns in der jetzigen Situation mit den aktuell vorgestellten Rahmenbedingungen noch nicht in der Lage, die Spiele unserer Zebras wie gewohnt im Stadion zu verfolgen.

Die Gründe dafür sind genauso komplex, wie es die Gesamtsituation seit Beginn dieser verkackten Pandemie ist und lassen sich nicht auf das eine oder andere Argument festnageln.

Fakt ist: So sinnvoll die einschränkenden Maßnahmen auch erscheinen; in ihrer Gesamtheit (massiv reduzierte Ticketkontingente, Gästefanverbot, Sicherheitsabstand, personalisierte Tickets etc.) zerstören sie sämtliche unserer Vorstellungen von einem gelungenen Spieltag fast vollständig, sodass wir uns für diesen Schritt entschieden haben.

In dieser Zeit, in der sich täglich neue Meldungen zur Corona-Entwicklung überschlagen, ist das eine vorläufige Bestandsaufnahme. Wir werden das Geschehen weiterverfolgen und für uns regelmäßig neu einordnen, um unsere Entscheidung ggf. an aktuelle Geschehnisse anzupassen.

In jedem Fall sind wir uns aber der finanziellen Notwendigkeit des Kartenverkaufs für unseren Verein bewusst. Wir werden deshalb alle Möglichkeiten ausnutzen, unseren Beitrag zu leisten - abhängig von den Möglichkeiten, die der MSV Duisburg bereitstellt (z.B Geistertickets) und selbstverständlich ohne freie Plätze im Stadion zu blockieren. Wir möchten all diejenigen, die sich auch gegen den Stadionbesuch entscheiden, dazu aufrufen, das Gleiche zu tun.


Bleibt Gesund - Vorwärts Zebras!


Kohorte Ultras

Sonntag, 20. September 2020

Spendenaufruf zur Verschönerung der Nordkurve

 Hallo Zebras,

hinter uns liegen Wochen der Arbeit, in denen wir die Nordkurve umgestaltet haben. Wir haben einen Teil des Unterrangs fertiggestellt - sind aber immer noch intensiv mit der weiteren Gestaltung beschäftigt. Bis dato konnte alles eigenständig finanziert werden. Ab jetzt sind wir auf eure Unterstützung angewiesen, um das Projekt weiter fortsetzen zu können. Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, könnt ihr unter folgendem Konto euren Beitrag dazu leisten:

Choreo AG Duisburg e.V. 
Verwendungszweck: Verschönerung Nordkurve 
IBAN: DE47 3505 0000 0200 3429 13










Samstag, 5. September 2020

Verschönerung der Nordkurve

 Hallo Zebras, 

Wir haben die letzten Wochen genutzt um gemeinsam mit PGDU die grauen Wände der Nordkurve zu verschönern. Die ersten Veränderungen sind Teil eines Gesamtkonzepts, in dessen Rahmen in den nächsten Wochen weitere Umgestaltungen dazukommen werden. Die Finanzierung erfolgt durch die beteiligten Gruppen und Spenden aus der aktiven Fanszene. 

Hier ein paar Impressionen der bisherigen Veränderungen. 



Dienstag, 25. August 2020

Übergabe der Unterschriften "Unser Fussball"

 


Vergangene Woche haben wir die Forderungen der Kampagne "Unser Fußball" und die dazugehörigen Unterschriften an unseren Vorstandsvorsitzenden Ingo Wald übergeben.

Wir wünschen uns, dass sich auch unser Verein in den entsprechenden Gremien für dringend notwendige Reformen des Profifußballs stark macht.

Donnerstag, 9. Juli 2020

Zebra.Fm Interview zum Thema e.V.




Tach Zebras, 

Vergangene Woche haben sich Vertreter unserer Gruppe und der Proud Generation mit dem Fanprojekt getroffen, um ein Halbzeitinterview für Zebra.Fm zur Situation des e.V. aufzunehmen. Leider konnte dies nicht abgespielt werden, dennoch wollen wir euch das ganze nicht vorenthalten.

 Viel Spaß beim Hören!

Montag, 6. Juli 2020

Donnerstag, 25. Juni 2020

Unser Fussball - basisnah, nachhaltig, zeitgemäß

Die Erklärung:

Unser Fußball – basisnah, nachhaltig, zeitgemäß

Seit Jahren beobachten wir viele Entwicklungen des Profifußballs mit Sorge. Wiederkehrend wurde auf die Notwendigkeit von Veränderungen hingewiesen. Die Corona-Krise hat weitere Schwächen des kaputten Systems Profifußball offenbart. Nun haben auch DFL, DFB und einige Vereinsvertreter Reformen angekündigt. Punktuelle Reformen und die Bekämpfung einzelner Symptome können diesmal aber nicht die Lösung sein. Die Zeit ist gekommen, den Profifußball grundlegend zu verändern. Wir alle wollen einen neuen Fußball:

Unser Fußball – ein fairer Wettbewerb

Faire Rahmenbedingungen sind die Grundlage eines attraktiven Wettbewerbs. Die Schere zwischen großen und kleinen Vereinen geht allerdings immer weiter auseinander. Um den Wettbewerb wieder deutlich ausgeglichener zu gestalten, bedarf es grundlegender Änderungen – sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene. Unser Fußball zeichnet sich durch eine gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays und die eindeutige Begrenzung von Investoreneinflüssen aus.

Unser Fußball – ein gesellschaftliches Vorbild

Mit seiner enormen Strahlkraft kommt dem Fußball eine große gesellschaftliche Verantwortung zu. Eine Verantwortung, der er leider allzu oft nicht gerecht geworden ist. Unser Fußball macht sich im Sport und in der Gesellschaft für Menschenrechte und Vielfalt stark. Er setzt sich konsequent gegen Diskriminierung ein und bekämpft Korruption ernsthaft. Als gesellschaftliches Vorbild handelt unser Fußball sozial nachhaltig und wird seiner ökologischen Verantwortung gerecht.

Unser Fußball – demokratisch & wirtschaftlich nachhaltig

Kurzfristiges Denken und schlechtes Wirtschaften müssen der Vergangenheit angehören. Mit eingetragenen Vereinen als Basis und demokratisch-transparenten Entscheidungsprozessen muss sich der Fußball zukunftsfähig aufstellen. In unserem Fußball gehören die Vereine Dank der 50+1-Regel ihren Mitgliedern. Ein auf langfristige Stabilität ausgelegtes Wirtschaften ist für diese Vereine in allen Ligen möglich. Wirtschaftlich nachhaltiges Handeln und die Bildung von Rücklagen sind fest in den Lizenzierungsverfahren verankert.

Unser Fußball – lebt durch seine Fans

Statt sich immer weiter von seiner Basis zu entfernen, müssen Fans als elementarer Bestandteil des Fußballs anerkannt werden. Als Publikumssport lebt er von einer vielfältigen Fankultur im Stadion. Unser Fußball fördert selbstorganisierte Fankultur und berücksichtigt Faninteressen durch verbindliche und kontinuierliche Beteiligungsprozesse. Er zeichnet sich unter anderem durch sozialverträgliche Ticketpreise, ein inklusives Stadion und fangerechte Anstoßzeiten aus.
Weitermachen wie vor der Krise darf keine Option sein. Wir wollen nicht zurück zu einem kaputten System. Wir fordern Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln. Dazu braucht es einen glaubhaften Grundsatzbeschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen: Die Zukunft des Fußballs muss grundlegend neu gestaltet werden – basisnah, nachhaltig und zeitgemäß.

Nach dem Abschluss der Saison 2019/20 wird die Erklärung mit allen Unterzeichnenden an die Deutsche Fußball Liga und den Deutschen Fußball-Bund übergeben.


Link zur Homepage: https://unserfussball.jetzt

Samstag, 20. Juni 2020

Freitag, 29. Mai 2020

In der Krise beweist sich der Charakter


Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.
Wiederaufnahme des Spielbetriebs
Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.
Veränderungen
„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.
Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder
Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2. Rücklagen
Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese - ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3. Gehalts- und Transferobergrenzen
Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4. Einfluss durch Berater beschränken
Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.
Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.
Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.
Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!
Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5. Kader begrenzen
Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.
Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.
Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Dienstag, 28. April 2020

Blutspendeaktion der PGDU

Hallo Zebras,

wir hoffen, ihr alle haltet euch in der aktuellen Situation trotz allem gut über Wasser (wer Unterstützung braucht, findet hier eine Übersicht der Duisburger Hilfsangebote: https://www.duisburg.de/microsites/coronavirus/aktuelles/hilfsangebote.php).
Wir möchten auch über unsere Kanäle noch mal Werbung dafür machen, sich an den zahlreichen Möglichkeiten zu beteiligen, denen unter die Arme zu greifen, die es benötigen. Auch Kleinigkeiten können eine große Unterstützung sein.
Eine enorme Baustelle in dieser Krisenzeit sind die zunehmend schwindenden Blutreserven der Krankenhäuser, weil die Bereitschaft zur Spende mit dem Corona-Ausbruch in Deutschland massiv abgenommen hat. Für die ohnehin knappen Bestände eine heikle Sache! Blutspenden sind ein tagtägliches überlebenswichtiges medizinisches Mittel. Wir alle können jederzeit bei Operationen oder ärztlicher Behandlung darauf angewiesen sein!

Parallel dazu schwebt unser MSV Duisburg in stetig wachsender finanzieller Not. 

Um beides abzumildern, hat sich die Proud Generation ein wirklich gut durchdachtes Konzept überlegt:

http://meinblutfuerdenmsv.de/ 
Kurz zusammengefasst:
Ihr bekommt für eine Blutspende 20€. Diese könnt ihr direkt vor Ort als Spende für den MSV anweisen.
Blutspenden und damit parallel dem Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg 20€ einbringen – was gibt’s da lang zu überlegen.
Checkt die Seite, haltet euch an die dortigen Angaben und füllt gemeinsam mit der Zebrafamilie die Blutreserven der Krankenhäuser und die Kasse unseres Vereins auf.
Auf geht’s, Zebras!

Dienstag, 21. April 2020

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Morgen treffen sich die Vertreter der DFL zur Debatte über die Fortsetzung der Saison. Geisterspiele stehen im Raum. Das Fanszenne-Bündnis hat dazu eine Stellungnahme rausgehauen, der wir uns auf ganzer Linie anschließen. Lest selbst:
Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt.
Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:
Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne. 
Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.
Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.
Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern. 
Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.
Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.
Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!
In diesem Zusammenhang fordern wir:
-Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren. 
-Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden. 
-Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner- und verlier geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.
-Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben. 
Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!
Fanszenen Deutschlands im April 2020

Freitag, 27. März 2020

Solidarität und Aktionen in der aktuellen Situation



Mahlzeit Zebras,

Der Spielbetrieb ist zurzeit eingestellt und was die Zukunft für uns bereithält ist ungewiss. Momentan stehen aber wichtigere Dinge im Vordergrund: die Gesundheit unserer Mitmenschen! In Duisburg sind wir mit den Werten Solidarität und Nächstenliebe aufgewachsen. Darum ist es gerade in dieser Zeit wichtig, sich gegenseitig zu helfen. Im Wedaustadion kommen seit Jahrzehnten MSV-Fans aller Generationen zusammen. Jung und Alt werden durch die Liebe zum Spielverein verbunden. Eben jene Generation, die viele von uns zum ersten Mal mit an die Wedau genommen hat, gilt in dieser Zeit als besonders gefährdet. Wichtig ist es diese zu unterstützen und zu schützen, damit wir auch in Zukunft wieder viele Siege unserer Zebras gemeinsam feiern können. Haltet euch so gut es geht an die herausgegebenen Hinweise zur Eindämmung des Virus!

Auch darüber hinaus können wir helfen. Fragt Eure Nachbarn mal, ob sie Hilfe beim Einkaufen benötigen und helft Euch gegenseitig. Eine Einkaufshilfe wird übrigens von einer Reihe Duisburger Institutionen angeboten, auf die wir gerne hinweisen wollen:


https://www.duisburg.de/microsites/coronavirus/aktuelles/hilfsangebote.php

Denkt aber auch an die Leute, die tagtäglich, im Krankenhaus, im Supermarkt oder anderswo für die Lebenserhaltung unserer Stadt sorgen. Die Leute, deren Job in dieser Zeit noch schwieriger als ohnehin schon ist und die dafür leider nicht immer den Respekt und die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht. Euch gebührt unser Dank! 

Abschließend wollen wir noch einmal auf unseren MSV zu sprechen kommen. Vereinsvertreter haben mitgeteilt, dass die Spielpause und die derzeit ungewisse Situation massive finanzielle Folgen für unseren Verein nach sich ziehen können. Viel tun können wir derzeit nicht, aber erste Ideen für die Zeit, in der Zusammenkünfte in größerer Zahl wieder möglich sind, schwirren bereits durch unsere Köpfe. Wir möchten Euch außerdem auf die von PGDU initiierte Aktion "Mein Blut für den MSV" hinweisen. Spendet Blut! Die Zahl der Spender geht auch bedingt durch den Coronavirus immer weiter zurück. Durch Eure Spende könnt ihr nicht nur unserem Verein in einer finanziell schwierigen Phase helfen, sondern leistet somit einen Beitrag, dass wichtige medizinische Hilfen auch weiterhin geleistet werden können. Unter folgendem Link könnt ihr Euch näher informieren: 

http://meinblutfuerdenmsv.de/

Wer als Spender nicht in Frage kommt kann durch Einkäufe im Onlineshop, Spenden auf das Konto des e.V. und den Verzicht auf Rückgabe der bereits gekauften Eintrittskarten den Verein unterstützen.

Dienstag, 10. März 2020

Meidericher Spielverein - 1 FC. Magdeburg

26. Spieltag 
Meidericher Spielverein - 1 FC. Magdeburg (1:0)
Zuschauer: 12.239




Samstag, 7. März 2020

Kollektivstrafen zum "Schutze" eines Milliardärs - der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht

In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.
Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen. 
Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende  Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.
Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die "neue Linie" des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.
Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.
Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.
Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen! 
Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.
Wir fordern und erwarten daher:
  • Kollektivstrafen abschaffen! Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.
  • Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen! Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören - im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!
Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.

Fick dich DFB!                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Fanszenen Deutschlands im März 2020